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Zeitarbeit: Qualität hat Priorität

Im Rahmen des vierten Branchentreffpunkts für Personaldienstleister der Deutschen Kongress in Köln nahm die NRW-Landesbeauftragte des mitgliederstärksten Zeitarbeitgeberverbandes an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Zeitarbeit und Dienstleistung –Widerspruch oder Realität?“ teil. Gemeinsam mit Ingrid-Beate Hampe, Rechtsanwältin der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm, und Hanne Schwentkowski, Geschäftsführerin eines Hamburger Zeitarbeitsunternehmens, erläuterte Anne Rosner praktische Gesichtspunkte der Zeitarbeit.

Fachvorträge

Mit Fachvorträgen wurden die rund 100 Teilnehmer über Struktur und Aufbau der Zeitarbeit in Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten informiert. Zum Auftakt der von Prof. Michel Mattoug moderierten Veranstaltung berichtete Dr. Wilhelm Schäffer, Staatsekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, dass es seiner Einschätzung nach angesichts der jüngsten Entwicklungen kein Equal Pay für die gesamte Zeitarbeitsbranche geben werde. Es sei eher mit einem tariflichen Branchenmindestlohn zu rechnen, der sich am britischen Modell orientiere. Eine Kommission berate dort regelmäßig über die festzulegende Höhe des Mindestlohns. „Eine Aufnahme ins Arbeitnehmer-Entsendegesetz wäre die richtige Antwort“, schloss er seine Rede. Prof. Mattoug mahnte in diesem Zusammenhang die Gewerkschaften an, bei der Zeitarbeit nicht mit gespaltener Stimme zu sprechen. Das sei auf Dauer nicht gut für die Sozialpartnerschaft.

Alltag in Österreich

Der Zeitarbeitsalltag in Österreich und den Niederlanden war im Anschluss Thema der Beiträge – 30 000 Deutsche, so Lambert Weijs, Manager Start People, arbeiten zurzeit in den Niederlanden. Weijs verwies auf Voraussetzungen und Arbeitsplatzbedingungen für die deutschen „Gastarbeiter“ in seinem Land und betonte, dass sich das Arbeiten in den Niederlanden bei den Deutschen stetig steigender Beliebtheit erfreue. Auf die Problematik illegaler Arbeitnehmer in Polen machten die Vertreter der Zeitarbeit in Österreich aufmerksam: Rund 80 000 Polen seien dort aktuell illegal vornehmlich in den Bereichen Pflege, Haushalt und private Dienste beschäftigt.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Dr. Michael Freytag, Referent Eurociett, stellte die rechtlichen Rahmenbedingungen der Zeitarbeit in Europa vor. Dabei ging er auch auf Herausforderungen und Möglichkeiten hinsichtlich der Umsetzung der Zeitarbeitsrichtlinie ein. Prof. Dr. Burkhard Boemke, Universität Leipzig, vervollständigte das Bild mit seinem Beitrag über die Auswirkungen der EU-Leiharbeitsrichtlinie auf die deutsche Zeitarbeit.