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Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit

"Zeitarbeit nicht kaputt regulieren"

"Wir haben Grund zur Zuversicht, aber keinen Anlass, uns zurückzulehnen", mahnte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser am Montag in Berlin. Vom Absturz der Produktion seien erst 70 Prozent wieder wettgemacht. "Wir sollten uns deshalb nicht von positiven Einzelmeldungen in die Irre führen lassen: 2010 und 2011 sind keine Rekordjahre, sondern Jahre des Aufholens."

Job-Wachstum

Parallel zur konjunkturellen Erholung seien bis November 2010 schon wieder 40.000 neue Stammarbeitsplätze geschaffen worden - deutlich mehr als zunächst erwartet. "Dieses Job-Wachstum wird sich aber nur fortsetzen, wenn uns die Konjunktur und die Finanzmärkte keinen Strich durch die Rechnung machen und die Politik flexible Arbeitsmarktelemente wie die Zeitarbeit nicht kaputtreguliert", betonte Kannegiesser.

Warnung vor Gleichbezahlung

Der Gesamtmetall-Präsident warnte die Politik davor, eine übereilte und undifferenzierte Gleichbezahlung von Zeitarbeitern und Stammkräften gesetzlich festzuschreiben. Weit mehr als die Hälfte der M+E-Betriebe würden dann Zeitarbeit einschränken oder ganz einstellen. Die derzeitige Debatte enthalte "einen hohen Anteil an politischer Opportunität und an Ideologie", kritisierte Kannegiesser. "Qualifizierte Fachkräfte sollten über eine wirtschaftlich angemessene Zeitstrecke an den tariflichen Grundlohn herangeführt werden, während Geringqualifizierte deutlich niedriger einzustufen sind, weil andernfalls die Nachfrage nach Zeitarbeit und damit die entsprechenden Arbeitsplätze massiv verloren gehen werden." Leidtragende wären vor allem Arbeitslose und Geringqualifizierte, die über Zeitarbeit erstmals einen Einstieg ins Berufsleben fänden.

Kannegiesser lobte das gemeinschaftliche Krisenmanagement mit der IG Metall. Der jüngste Tarifvertrag habe die Betriebe im schwierigen Jahr 2010 entlastet. Die Beschäftigten hätten davon durch sichere Arbeitsplätze und stabile Einkommen profitiert. Die für den 1. April 2011 vereinbarte Tabellenerhöhung um 2,7 Prozent zieht nach Schätzungen von Gesamtmetall etwa jeder dritte oder vierte M+E-Betrieb auf den 1. Februar vor. Kannegiesser: "Rund die Hälfte der Beschäftigten kommt damit vorzeitig in den Genuss einer Tabellenerhöhung, die die Arbeitnehmer spürbar am Aufschwung beteiligt. Bei einer geschätzten Inflation von 1,5 Prozent bleibt noch ein ordentlicher realer Zuwachs." (Deutsches Verbände Forum, 31.01.´11)