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Zeitarbeit: männlich - Vollzeit - unbefristet

Demnach rechneten im dritten Quartal des vergangenen Jahres 35 Prozent der Befragten für die folgenden sechs Monate mit einer ”eher negativen” oder ”negativen” Entwicklung ihres Unternehmens - zu Jahresanfang hatte der Anteil der Skeptiker noch bei 12 Prozent gelegen. Laut dem vom Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) in Auftrag gegebenen ”Mittelstandsbarometer” sank der Anteil der positiv gestimmten Unternehmen im gleichen Zeitraum von knapp 57 auf gut 29 Prozent; ein gutes Drittel rechnet mit keinen Veränderungen.

Vollzeit unbefristet

Die vierteljährliche Umfrage zeigt zugleich, dass sich Zeitarbeit mit drei Begriffen charakterisieren lässt: männlich, Vollzeit, unbefristet. So sind 77 Prozent der Zeitarbeitskräfte Männer; in Vollzeit arbeiten demnach 89 Prozent; 83 Prozent der Stellen sind unbefristet.

Qualifikation

Wie lange ein Zeitarbeiter in einem Entleihbetrieb beschäftigt ist, hängt offensichtlich stark von dessen Qualifikation beziehungsweise der Tätigkeit ab. So liegt im Helferbereich die Quote derer, die länger als zehn Monate in einem Betrieb arbeiten, bei 29 Prozent. Bei Facharbeitern steigt der Anteil der länger in einem Betrieb Verweilenden auf gut 37 Prozent, im akademischen Bereich sind es 49,4 Prozent.

Branchenzuschläge

Seit Kurzem haben Zeitarbeiter etwa in der Metall- und Elektro- sowie in der Chemieindustrie Anspruch auf sogenannte Branchenzuschläge. Diese Zuschläge werden je nach Verweildauer des Beschäftigten im Entleihbetrieb gezahlt und sollen dazu dienen, den Lohnabstand zu den Stammbelegschaften zu verringern. Die zwischen den Zeitarbeitsverbänden und den Gewerkschaften IG Metall und IG BCE geschlossenen Tarifverträge über Branchenzuschläge erfassen dabei einen guten Teil der Zeitarbeiter. Laut ”Mittelstandsbarometer” entfallen 47 Prozent der Zeitarbeitskräfte auf den Zuständigkeitsbereich der IG Metall, weitere 8 Prozent in den der IG BCE.

Komplizierte Umsetzung

Die Umsetzung dieser Tarifvereinbarung bereitet zahlreichen Unternehmen noch Probleme. Sie ist nach Einschätzung von gut der Hälfte (58 Prozent) kompliziert oder sehr kompliziert. Im zweiten Quartal hatte der Anteil derer, die Schwierigkeiten mit der Umsetzung haben, noch bei 70 Prozent gelegen. Für 16 Prozent der Unternehmen gestaltet sich die Umsetzung nach eigener Einschätzung unkompliziert.

Übernahmeeffekt

In der Diskussion über Vor- und Nachteile wird häufig auch über die Bedeutung des ”Klebeeffekts” gestritten. Hier geht es darum, wie viele Zeitarbeiter anschließend von dem Betrieb, an den sie entliehen wurden, übernommen werden. Laut der IGZ-Umfrage profitierten im dritten Quartal 2012 34 Prozent der Zeitarbeiter von diesem Klebeeffekt. (WLI) (Rheinpfalz, 18.01.´13)