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Jens Issel, Leiter der iGZ-Abteilung Kommunikation, sprach beim PP Süd in Fürstenfeldbruck mit Petra Eisen, iGZ-Landesbeauftragte für Bayern, und Martin Liebert, iGZ-Landesbeauftragter für Baden-Württemberg (l.), über die Auswirkungen der aktuellen Krisen auf die Zeitarbeitsbranche.

Zeitarbeit auch in Krisenzeiten wichtig für Problemlösungen

Kein Zweifel, die Corona-Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen, und Interessierte finden nur langsam den Weg zurück in öffentliche Präsenzveranstaltungen – knapp 100 Teilnehmer begrüßten Petra Eisen, iGZ-Landesbeauftragte für Bayern, und Martin Liebert, iGZ-Landesbeauftragter für Baden-Württemberg, in den Räumen des Veranstaltungszentrums Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck.

Wechselnde Herausforderungen

„Die Zeitarbeitsbranche muss sich dauerhaft wechselnden Herausforderungen stellen“, verwies die iGZ-Landesbeauftragte in ihrer Begrüßung auf die jüngsten Entwicklungen, die auch tiefe wirtschaftliche Einschnitte zur Folge haben. Die Zeitarbeit habe immer und viel mit der Politik und der Rechtsprechung debattiert, und wir haben immer Wege gefunden, uns zu arrangieren“, betonte Eisen. Nun aber gebe es Wirkungen und Herausforderungen von außen, die ganz neue Bedingungen schaffen, verwies sie auf die Folgen von Energiemangel und Lieferkettenproblemen. Bis 2020 habe die Welt ganz anders ausgesehen.

Folgen nicht absehbar

Die Folgen von Pandemie und Krieg und Krise seien noch gar nicht absehbar. „Die Zeitarbeit spielt in diesen Zeiten immens eine wichtige Rolle“, erinnerte Petra Eisen an die besonderen Charakteristika der Branche. Die Nachfrage sei mittlerweile kaum noch bedienbar, es gebe keine Fachkräfte mehr und Mängel in Lieferketten, Service, Erreichbarkeit, Verkehr: „Es fehlt an allen Ecken und Enden an Personal“, stellte sie fest. Jeder, der Abhilfe schaffen könne, sei willkommen. „Gefragt ist, wer qualifizierte Arbeitskräfte mitbringt, mit anpackt und flexibel ist. Wir sind bereit“, kündigte Eisen an.

Suche nach guten Lösungen

Im Gespräch mit Moderator Jens Issel, Leiter der iGZ-Kommunikationsabteilung, betonte Martin Liebert, die Zeitarbeitsbranche habe immer schon gezeigt, dass sie flexibel reagieren könne. „Wir suchen aber auch weiterhin nach guten Lösungen“, unterstrich der iGZ-Landesbeauftragte, nicht die Hände in den Schoß zu legen. Eine Zauberformel gebe es allerdings nicht, bekräftigte Eisen. „Wir haben schon viel bewältigt wie etwa Branchenzuschlagstarife. Unsere Branche kann arbeiten, und wir werden es auch weiterhin schaffen, Menschen in Arbeit zu bringen“, zeigte sie sich überzeugt. „Wir müssen aber auch andere als die bisherigen Märkte für die Zeitarbeit öffnen“, appellierte sie, den Blick über den Personaldienstleistungstellerrand zu wagen.

Zuwanderung aus Drittstaaten

Liebert prognostizierte in diesem Zusammenhang, die Zuwanderung werde zunehmend ein großes Thema sein. „Es gilt, Hürden und Barrieren beiseite zu räumen und die Mitarbeiter bei der Integration zu unterstützen und sie zu qualifizieren“, erklärte er. Liebert: „Wir können dabei Angebote viel schneller und flexibler umsetzen als große Organisationen und Institutionen.“ 

Kurzarbeit wichtiges Signal

Petra Eisen begrüßte das Instrument der Kurzarbeit für die Zeitarbeitsbranche in Zeiten von Krisen: „Wir müssen eine gewisse Sicherheit in unsicheren Zeiten haben, gerade jetzt bei Energieengpässen. Das wäre für die Branche ein wichtiges Signal“, richtete sie den Blick auf die Politik. Immerhin sei die Zeitarbeit nach der letzten Wirtschaftskrise der Jobmotor schlechthin gewesen und habe einen wichtigen Anteil daran gehabt, dass die Wirtschaft wieder so schnell in Schwung gekommen sei, Eisen: „Wir sind Profis im Rekrutieren.“ Martin Liebert ergänzte, das hohe Maß an Bürokratie müsse abgeschafft und die Branche digitalisiert werden. „Wir erleben gerade das Gegenteil, Stichwort Zeiterfassung. Da wird extrem viel Bürokratie aufgebaut, die enormen Arbeits- und Zeitaufwand erfordert“, kritisierte er die jüngste Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts.

Über den Autor

Wolfram Linke

Wolfram Linke ist seit Juni 2008 Pressesprecher des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Davor arbeitete er 18 Jahre lang als Redakteur bei einer Tageszeitung, bildete regelmäßig Volontäre aus, führte Praktikanten in die Welt des Journalismus ein und hielt zahlreiche Fachvorträge zum Thema Medien. Linke ist außerdem zertifizierter Online-Redakteur, Certified Microsoft Technology Associate (Windows und Netzwerke) und hat mehrere weitere Microsoft- sowie Adobe-Zertifikate. Seit März 2014 ist er Vorsitzender des Pressevereins Münster-Münsterland.


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