Bild

Der iGZ-Bundesvorsitzende Christian Baumann (M.) appellierte an die Unternehmer, "selbstbewusst, mutig, integer und zukunftsgewandt" zu sein.

Visionen für die Zeitarbeit definieren

Wir brauchen eine Vision und einen Wertekanon für unsere Branche.“ Mit nachdenklichen Worten und klaren Zielen hat sich der iGZ-Bundesvorsitzende Christian Baumann beim zwölften ES-Unternehmerforum in Bad Nauheim den anwesenden Branchenvertretern präsentiert. Auf Einladung von Edgar Schröder sprach er vor rund 200 Zuhörern über die Reputation der Zeitarbeitsbranche in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Qualifiziert präsentieren

Baumann empfahl der Branche in seinem Vortrag nicht nur realistische Selbstkritik, sondern auch gesundes Selbstbewusstsein: „Wir sind die Personal-Profis“, machte der iGZ-Bundesvorsitzende deutlich. Als solche müsse man sich auch gegenüber den Kunden entsprechend qualifiziert präsentieren. Sein Rat an die Branchenkollegen: „Seien Sie selbstbewusst, mutig, integer und zukunftsgewandt.“

Brandgefährlich

Mit Blick auf die Berichterstattung, die die strategische Ausnutzung der drei Monats-Unterbrechung bei der Berechnung von Equal Pay kritisiert, sagte Baumann: „Legales Verhalten im Markt, das von der Gesellschaft aber als illegitim empfunden wird, ist für uns als Branche brandgefährlich.“ Die Zeitarbeit müsse sich insgesamt damit auseinandersetzen, wie man mit den Fällen umgehen wolle, die vom Gesetzeswortlaut her zwar erlaubt, aber erkennbar nicht gesellschaftlich akzeptiert seien.

iGZ-Ethikkodex

Der iGZ habe mit seinem Ethik-Kodex und der unabhängigen Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS) in diesem Bereich einen Benchmark gesetzt. Dennoch müsse man sich nicht nur darauf verständigen, was man nicht wolle. Insbesondere gelte es, mit einer Vision für die Branche die Parameter zu definieren, die man erreichen wolle. Gesellschaftliche Akzeptanz sei in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor, denn ihr Fehlen sei häufig ein Auslöser für politisches Handeln. (SP)