Bild

Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit

Tarifautonomie gewahrt

Clement begrüßt die Initiative der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen von vor einem Jahr, die Sozialpartner auf eine Einigung zur Lohnangleichung zu drängen. Damit sei nun die gleiche Bezahlung – zunächst in der Metall-, Elektro- und Chemieindustrie - auf den Weg gebracht. Clement: „Weitere Branchen müssen folgen.“ Der Ex-Minister hob hervor, dass die Verhandlungen über die Tarifparteien gelaufen seien – das zeige, dass damit die Tarifautonomie gewahrt sei und der Gesetzgeber nicht handeln müsse.

Tore für Zeitarbeit geöffnet

Mit der Hartz-Reform habe die Regierung vor zehn Jahren „die Tore weit, aber nicht zu weit“ für die Zeitarbeit geöffnet: „Wir haben ja die Zeitarbeit in Deutschland de facto erst möglich gemacht. Sie war ja total überreguliert“, betonte der 72-Jährige. Bis heute seien in Deutschland nur zwei bis drei Prozent der Beschäftigten in der Zeitarbeit tätig. In Großbritannien und den Niederlanden seien es vier bis fünf Prozent. „Die guten Zeitarbeits-Unternehmen sind übrigens längst dabei, in Bildung und Qualifizierung zu investieren“, verwies der inzwischen aus der SPD ausgetretene Politiker auf den innovativen Aspekt der Branche.

Klares Nein zum gesetzlichen Mindestlohn

Ein klares „Nein“ zum allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn begründete Clement mit der Tarifautonomie: „Ich halte davon nichts. Die Tarifautonomie hat sich bewährt. Die moderate Lohn- und Tarifpolitik der letzten Jahre hat's wieder gezeigt. Wir haben ja längst Mindestlöhne fast überall. Manche Gewerkschaften machen es sich da zu leicht, indem sie nach dem Gesetzgeber rufen“, unterstrich er in diesem Zusammenhang. (WLI) (Die Welt, 16.08.´12)