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Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit

Strengere Regeln für Zeitarbeit gefordert

Der MIT-Vorsitzende Rainer Gauger will damit den anderen Parteien zuvor kommen: "Wir sehen die Gefahr, dass der politische Gegner dies sonst noch viel radikaler einfordern wird", erklärte er den CDU-Mitgliedern beim Kreisparteitag. Die MIT wolle die Zeitarbeit begrenzen - die Belegschaft eines Unternehmens mit mehr als 30 Mitarbeitern soll nicht zu mehr als 20 Prozent aus überlassenen Arbeitnehmern bestehen. Und diese Arbeiter sollen mindestens 80 Prozent des branchenüblichen Lohns von Normalbeschäftigten verdienen.

iGZ-Mittelstandsbarometer

Das von der Sozialen Innovation GmbH Dortmund/ Berlin gepflegte iGZ-Mittelstandsbarometer zeigt dagegen für die mittelständische Zeitarbeit, dass die MIT-Forderungen längst Alltag in der Zeitarbeit sind. Der durchschnittliche Anteil eingesetzter Zeitarbeitnehmer zeigt, dass die mittelständische Zeitarbeit in der deutschen Wirtschaft nach wie vorhauptsächlich als Flexibilitäts-Instrument eingesetzt wird: 66,3 Prozent überlassen lediglich einen bis fünf Zeitarbeitnehmer pro Kunde. 17,2 Prozent beschäftigen zwischen sechs und zehn Zeitarbeitskräften – insgesamt überlassen also 83,5 Prozent der befragten Unternehmen maximal zehn Zeitarbeitnehmer pro Kunde. Und diese Arbeit wird wertgeschätzt: 67,2 Prozent der Zeitarbeitskräfte beziehen neben ihrem Gehalt ein übertarifliches Entgelt.

Ein Drittel Übernahmequote

"Das ursprüngliche Ziel, durch die Zeitarbeit Menschen dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, wurde nur bedingt erreicht", begründet die MIT ihren Vorstoß. Auch hier kommt die Soziale Innovation GmbH mit dem iGZ-Mittelstandsbarometer zu anderen Ergebnissen: Ein Drittel der Zeitarbeitnehmerschaft wird ins Stammpersonal der Kundenunternehmen übernommen – und wechselt damit nicht von einem zweiten in den ersten Arbeitsmarkt, sondern lediglich den Arbeitgeber. Zeitarbeitnehmer sind fest angestellte Mitarbeiter des Zeitarbeitsunternehmens – mit den gleichen Rechten und Pflichten wie jeder andere Angestellt in Deutschland auch. Der Parteitag nahm den MIT-Antrag mehrheitlich an - aber nicht ohne über das Anliegen zu diskutieren. (WLI)