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Prof. Dr. Jens Große, Walter Schäfer, Bettina Richter und Jan Schneider (v.l.) wollen Handball-Profis für die PDK-Ausbildung gewinnen.

Spitzensportkompatibler Einstieg bei den PDK-Azubis

Ein spitzensportkompatibler Einstieg in den Beruf wird möglich, wenn sich junge Leistungssportler als Quereinsteiger für die Ausbildung der Personaldienstleistungskaufleute (PDK) entscheiden. Das zumindest stellen Prof. Dr. Jens Große, Fachbereichsleiter Bildung, Personal, Qualifizierung, und Bettina Richter, digitale Bildung und Ausbildung, in ihrem neuen Projekt „Duale Ausbildung und Spitzensport“ in Aussicht. Was bundesweit vor knapp zwei Jahren mit dem Handball-Profi Jannek Klein von den Eulen Ludwigshafen im iGZ-Mitgliedsunternehmen TimePartner erfolgreich angelaufen ist, soll nun bundesweit Schule machen: die Verbindung einer dualen PDK-Ausbildung mit einer Handballkarriere.

„Wenn wir den allgemeinen Trend beim Rückgang der Auszubildenden-Zahlen stoppen wollen, müssen wir jetzt neue Zielgruppen ins Auge fassen“, erläutert Große die Projekt-Idee. Daher hat er gemeinsam mit seiner Kollegin Richter das Projekt als „Roadshow“ konzipiert: Nach einer ersten erfolgreichen Präsentation in Coburg haben die beiden nun den Ausbildungsgang beim VfL Gummersbach in der SCHWALBE Arena vorgestellt. Und bei dem erfolgreichen Bundesligisten im Oberbergischen weitere 30 Handballspieler von der Notwendigkeit eines „Plan B“ überzeugt.

Selbstdisziplin und Kommunikationsfähigkeit

„Leistungssportlerinnen und -sportler bringen viele persönliche Voraussetzungen mit, die vor allem in der PDK-Ausbildung sehr gefragt sind", erläutert Richter. Dazu gehören ihrer Ansicht nach Ehrgeiz, Disziplin und Flexibilität. „Ihr überwindet den inneren Schweinehund und geht auch dann zum Training, wenn euch der Sinn einmal nicht danach steht“, hob sie vor den interessierten Spielern der U17, U19 und U23 hervor. Als Team-Player verfügten die Spieler außerdem über ein gutes Maß an Kommunikationsfähigkeit. Und gerade die sei speziell in dieser Ausbildung, in der die Auszubildenden schon früh Verantwortung fürs Personal übernehmen, eine Grundvoraussetzung, so Richter weiter.

Einstiegsmöglichkeit Praktikum

Zu den Gästen auf dem Podium gehörten Walter Schäfer, G. C. S. Global Clinic Solutions GmbH und Mitglied im Bundesvorstand des iGZ, sowie Rainer Gottschlich, Schulleiter am Kaufmännischen Berufskolleg Oberberg (BKO). Schäfer will ab Sommer 2024 weitere PDK-Azubis in seinem Betrieb ausbilden: „Wenn es besonders schnell gehen muss, dann gerne auch früher.“ Grundsätzlich biete sich der Einstieg über ein Praktikum in den Sommerferien an. Und für das BKO ergänzte Gottschlich: „Wir haben bereits Erfahrung in der schulischen Ausbildung von Leistungssportlern. Hinsichtlich der Bereitstellung von Fördererunterricht und digitalen Unterrichtsangeboten für Leistungssportler, die für Trainingszeiten und Auswärtsspiele freigestellt werden müssen, sind wir die Profis.“

Fünf synchrone Veranstaltungen

„Es ergibt immer Sinn, junge Menschen zu fördern, die sich sowohl beruflich als auch sportlich weiterentwickeln wollen“, resümierte Schäfer. „Der PDK mit der Disposition im Vordergrund und dem iGZ-DGB-Tarifwerk im Hintergrund bietet dafür optimale Möglichkeiten.“ Der VfL Gummersbach mit seiner Handball-Akademie, in der besonders die Jugendarbeit großgeschrieben wird, ist eine von fünf handballerischen Stationen, an denen das neue PDK-Projekt national etabliert werden soll. Neben Coburg und Gummersbach haben auch der Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen und der SC Magdeburg Interesse bekundet. Mit Blick auf die Handball-Bundesliga der Frauen will der iGZ in Kürze auch beim VfL Oldenburg vorstellig werden.

Branchenübergreifende Ausbildung

Mit dem VfL Gummersbach soll es schon nach der Sommerpause einen weiteren Austausch geben. „Bei der Gelegenheit wollen wir im Rahmen der geplanten Neugründung eines Gesamtverbandes der Personaldienstleister (GVP) auch die Mitgliedsunternehmen unseres Schwesterverbands, des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP), einbeziehen. „Wenn eine größtmögliche Anzahl an Schülerinnen und Schülern ernsthaftes Interesse an einer Ausbildung in der Personaldienstleistungsbranche bekundet, kann am Ende des Weges eine neue Klasse mit auszubildenden Personaldienstleistungskaufleuten am Kaufmännischen Berufskolleg Oberberg eingerichtet werden“, hofft Große. Bis dahin sind jedoch noch viele Gespräche, unter anderem mit der zuständigen Industrie- und Handelskammer, erforderlich.

Über die Autorin

Bettina Richter

Bettina Richter ist ausgebildete Redakteurin. Nach dem Studium der Anglistik, Politikwissenschaften und Romanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster sowie High-School-Abschluss in den USA und Studiensemester in Frankreich sammelte sie Erfahrungen als Pressereferentin und Online-Redakteurin. Beim iGZ ist Bettina Richter für die Bereiche „PDK-Ausbildung“ und „Digitale Bildung“ zuständig. Im Rahmen der PDK-Azubi-Kampagne der Branchenverbände BAP und iGZ betreut sie den Instagram-Kanal @pdk_ausbildung.


Telefon: 0251 32262-172
E-Mail: b.richter@ig-zeitarbeit.de

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