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Signalwirkung für Zeitarbeitsbranche?

Die Lohnangleichung von Stammpersonal und Zeitarbeitnehmerschaft steht ab Mittwoch auf dem Programm der Verhandlungen der Zeitarbeitgeberverbände mit den Gewerkschaften. Laut WAZ beginnt damit eine neue Ära für die Zeitarbeit.

Die IG Metall fordere mehr Geld für die rund 300 000 Zeitarbeitnehmer, die in der Metall- und Elektroindustrie eingesetzt werden. Laut Zeitung könne ein Abschluss Signalwirkung für die gesamte Zeitarbeitsbranche haben. IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild unterstrich die Bedeutung: "Wir fordern die Beteiligten der Gespräche - Gewerkschaft, Gesamtmetall sowie die Zeitarbeitsverbände BAP und iGZ - mit Nachdruck dazu auf, möglichst schnell zu einer Einigung zu kommen und ein Ergebnis noch vor Ablauf der Metalltarifrunde vorzulegen", sagte er.

Kampagnen

Seit vier Jahren mache die IG Metall Front gegen die Zeitarbeit, prangere in Kampagnen Dumpinglöhne und den Missbrauch von Zeitarbeit zum Abbau von Stammkräften an. Knapp 40 000 Zeitarbeitnehmer, so die WAZ seien mittlerweile Mitglied in der Gewerkschaft.

Neuland

„Beide Seiten betreten Neuland und sparen an den üblichen Tarif-Ritualen. Die IG Metall hat keine konkrete Forderung gestellt, die Zeitarbeitgeberverbände iGZ und BAP geben sich offen“, heißt es weiter. Es werde über einen Branchenzuschlag für die Metall- und Elektroindustrie verhandelt. Eine gleiche Bezahlung von Stammitarbeitern und Zeitarbeitnehmern werde es wohl nicht geben, räumte IG-Metall-Verhandlungsführerin Helga Schwitzer im Vorfeld ein. Das Vorstandsmitglied der IG Metall wird neben NRW-Gewerkschaftschef Oliver Burkhard mit je zwei Vertretern des iGZ und des BAP verhandeln.

Hilfstätigkeiten

Laut iGZ werde in Deutschland jeder dritte Zeitarbeitnehmer für Hilfstätigkeiten eingestellt. „Gerade in der Automobilindustrie müssen Unternehmen aber heute schon Aufschläge zahlen – auch, um Helferpersonal zu bekommen“, sagte iGZ-Geschäftsführer Werner Stolz. Er wünsche sich eine „möglichst rasche Lösung“ mit der IG Metall und hätte nichts dagegen, wenn der Abschluss mit Branchenzuschlag für die Metaller als „Blaupause auch für andere Branchen“ diene. Andernfalls stünden weitere Verhandlungen etwa mit Verdi und der IG BCE an, die mit besonderem Interesse die Verhandlungen verfolgen.

Werkverträge

Die Zeitarbeitsbranche sieht sich laut WAZ zunehmend mit Werkverträgen konfrontiert. Ausgegliederte Bereiche seien oft nicht tarifgebunden. Deshalb warne Stolz: „Man muss aufpassen, dass durch eine Verteuerung einfacher Tätigkeiten nicht die Türen der Zeitarbeit für Ungelernte zugemacht und für Werkverträge neue Türen geöffnet werden.“ (WLI) (Der Westen, 22.02.´12) (Wormser Zeitung, 21.02.´12)