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14 Prozent der Betriebe stellen keine Langzeitarbeitslosen ein
15.05.2018

Zuverlässigkeit wichtigster Faktor bei Neueinstellung

So leicht wie in der Zeitarbeitsbranche finden Arbeitslose nirgends einen Job: 14 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Betriebe berücksichtigen im Bewerbungsprozess grundsätzlich keine arbeitslosen Bewerber, geht aus einer Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. 34 Prozent der Betriebe ziehen nur Bewerber in Betracht, die weniger als ein Jahr arbeitslos waren.

Ganz anders sieht das in der Zeitarbeitsbranche aus: Rund 70 Prozent derjenigen, die einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, kommen aus der Beschäftigungslosigkeit. Über 20 Prozent waren sogar langzeitarbeitslos, zeigen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Zeitarbeitsunternehmen haben also keinerlei Berührungsängste bei der Beschäftigung Arbeitsloser.

Fachliche Qualifikation zweitrangig

Laut IAB sind 44 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Betriebe prinzipiell dazu bereit, langzeitarbeitslosen Bewerbern im Einstellungsprozess eine Chance zu geben. Knapp zehn Prozent der Betriebe machten dazu bei der Befragung keine Angaben. Aus Sicht der Personalverantwortlichen sei Zuverlässigkeit der wichtigste Faktor für die Neueinstellung Langzeitarbeitsloser. Die fachliche Qualifikation komme erst danach.

Weniger Belastbarkeit erwartet

Insgesamt werden die arbeitsrelevanten Eigenschaften Langzeitarbeitsloser von den Betrieben schlechter eingeschätzt als bei anderen Arbeitslosen. Die Teamfähigkeit und die soziale Kompetenz bewerten die Betriebe zwar auch bei Langzeitarbeitslosen mehrheitlich positiv. Bei der Zuverlässigkeit, der Motivation und der fachlichen Qualifikation Langzeitarbeitsloser gelte dies jedoch nur für rund vier von zehn Betrieben, bei der Belastbarkeit für knapp drei von zehn.

Qualifizierungsmaßnahmen helfen

Arbeitslose, deren Arbeitslosigkeit weniger als ein Jahr andauert, werden von den Betrieben hingegen besser eingeschätzt. Die Einschätzungen der Betriebe fallen hier zu rund 80 bis 90 Prozent positiv aus. Durch Qualifizierungsmaßnahmen sowie durch das Training arbeitsrelevanter Soft Skills ließen sich aus Sicht der Arbeitgeber die Beschäftigungschancen Langzeitarbeitsloser verbessern.

Bereitschaft steigt

In Betrieben, die Schwierigkeiten haben, ihre freien Stellen zu besetzen, seien die Beschäftigungschancen Langzeitarbeitsloser höher als in anderen Betrieben. „Daher könnte es sich bei der Stellenvermittlung lohnen, diese Betriebe noch stärker zu adressieren“, schreiben die IAB-Forscher Martina Rebien und Thomas Rothe. Die Studie zeigt zudem, dass die Bereitschaft der Betriebe, Langzeitarbeitslose bei den Bewerbungen zu berücksichtigen, seit 2011 um elf Prozentpunkte zugenommen hat. Damals waren erst 33 Prozent der Betriebe dazu bereit. (ML)

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