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PwC-Kurzstudie zur Zeitarbeit
14.05.2020

Zeitarbeitsbranche erwartet Einbruch bis zu 30 Prozent

Nachdem sich der Zeitarbeitsmarkt bereits im vergangenen Jahr abgekühlt hatte, erwarten die Unternehmen der Branche für das laufende Jahr als Folge der Coronakrise einen massiven Einbruch. Das geht aus einer aktuellen Umfrage durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor. Zwischen Mitte März und Ende April hat PwC dazu die Geschäftsführer von deutschen Zeitarbeitsunternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen zehn Millionen und drei Milliarden Euro befragt.

Der Transformationsprozess in der Automobilindustrie trägt wesentlich zur negativen Entwicklung der Zeitarbeitsbranche bei. (Foto: Fotolia)
Der Transformationsprozess in der Automobilindustrie trägt wesentlich zur negativen Entwicklung der Zeitarbeitsbranche bei. (Foto: Fotolia)

200 Unternehmen wurden gefragt, rund 30 Prozent antworteten. Sie schätzen, dass der Rückgang zwischen 10 und 30 Prozent liegen wird. Erst für das kommende Jahr rechnen die befragten Unternehmen mit einer Rückkehr zum Wachstum. Somit kommen sie zu einer ähnlichen Einschätzung wie PwC, die die derzeitige Situation mit der Finanzkrise von 2008/2009 verglichen hat: Damals ging das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zurück, während die Zeitarbeitsbranche im selben Zeitraum einen Rückgang von 17,8 Prozent verzeichnete. Übertragen auf das aktuelle Jahr, ergibt sich daraus ein Marktrückgang von 10 bis 30 Prozent.

Ad-hoc-Stornierungen

Die PwC-Umfrage zeigt auch: Die Zeitarbeitsfirmen spüren schon jetzt die Auswirkungen von Covid-19 sehr deutlich. Alle Befragten (100 Prozent) berichten von Ad-hoc-Stornierungen von Aufträgen. 80 Prozent geben an, dass sie aufgrund des schwachen März bereits im ersten Quartal 2020 einen Rückgang gegenüber dem ersten Quartal 2019 feststellen. Mehr als 9 von 10 der befragten Unternehmen (94 Prozent) gaben die Auswirkungen der Coronakrise als Grund für eine negative Einschätzung der zukünftigen Entwicklung an, aber auch die allgemeine konjunkturelle Abschwächung (63 Prozent) und die schlechtere Verfügbarkeit von Fachkräften (50 Prozent) wurden als Gründe genannt.

Besonders schwer trifft die derzeitige Krise die Zeitarbeitsbranche auch deshalb, weil bereits 2019 der Markt deutlich abgekühlt war. PwC rechnet auf Basis der bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten Zeitarbeitnehmer (Januar bis Juni 2019) für das Jahr 2019 mit einem Rückgang von mindestens 10 Prozent. Die befragten Unternehmen gehen im Schnitt ebenfalls von einem Rückgang des Marktvolumens von rund 10 Prozent für 2019 aus.

Umstellung der Automobilindustrie

Der Volumenrückgang in der Zeitarbeitsbranche kann als frühzyklischer Indikator für eine gesamtwirtschaftliche Eintrübung gewertet werden. Ausschlaggebend dafür ist insbesondere die Tatsache, dass die Automobilindustrie begonnen hat, vom Verbrennungsmotor auf alternative Antriebstechnologien umzustellen. In der Folge produziert die Automobilindustrie weltweit deutlich weniger Fahrzeuge. So geben ausnahmslos alle befragten Unternehmen an, dass die Nachfrage in der Automobil- und Fahrzeugindustrie rückläufig ist, gefolgt von automobilnahen Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau mit 77 Prozent und der Chemieindustrie mit 15 Prozent der Nennungen.

Digitalisierung und Spezialisierung als Ausweg aus der Krise

Die befragten Geschäftsführer setzen vor allem auf drei Maßnahmen, um ihre Unternehmen vor den Folgen des massiven Markteinbruchs zu schützen: 68 Prozent wollen weiter in die Digitalisierung ihres Geschäftsmodells und die Automatisierung von Prozessen investieren, ebenfalls 68 Prozent geben an, dass sie sich auf Nischen mit hoher Nachfrage spezialisieren werden oder dies bereits tun. Und 61 Prozent wollen die Kostenstrukturen flexibilisieren. (SaS)

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