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FAZ berichtet über Flüchtlinge in der Zeitarbeitsbranche
07.08.2018

Zeitarbeit wichtiger Integrationsmotor

Die Tatsache, dass Zeitarbeit für Flüchtlinge und Migranten der Integrationsmotor par excellence ist, war der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) jetzt einen Aufmacher wert: „Zeitarbeit nimmt Tausende Flüchtlinge auf“ heißt es in der Überschrift.

Der Zuwachs der Zeitarbeit wird auf Basis der Statistiken der

Die (BA, ehemals Bundesanstalt für Arbeit) ist der Verwaltungsträger der deutschen Arbeitslosenversicherung. Sie erbringt die Sozialleistungen am Arbeitsmarkt, insbesondere Leistungen der Arbeitsvermittlung und -förderung sowie finanzielle Entgeltersatzleistungen. Sie ist eine bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung und Anstaltscharakter. Der Sitz der BA ist Nürnberg. Sie ist mit etwa 97.000 Mitarbeitern die größte Behörde in Deutschland und einer der größten Arbeitgeber des Bundes.

(BA) unter anderem mit der wachsenden Zahl an Flüchtlingen in der Branche erklärt. Das Wachstum sei allein auf zusätzliche Zeitarbeitnehmer ausländischer Herkunft zurückzuführen.

Großes Plus

Um 18,3 Prozent sei die Zahl im Jahresvergleich um 47.500 auf nun 307.000 ausländische Mitarbeiter gestiegen. Die Zahl deutscher Zeitarbeitnehmer sei in diesem Zeitraum sogar gesunken – um 6.500 auf 725.000. Und die FAZ stellte außerdem fest: „Von insgesamt 69.000 Arbeitslosen aus Syrien, Irak, Afghanistan und fünf weiteren Ländern, die zwischen Mai 2017 und April 2018 eine sozialversicherungspflichtige Stelle fanden, kam allein mehr als jeder Dritte als Zeitarbeiter unter.“

Geringe Qualifikation

Insbesondere für Flüchtlinge mit geringer Qualifikation biete Zeitarbeit eine echte Chance – 36,4 Prozent haben laut Statistik keinen Berufsabschluss. Auf sogar 60 Prozent steigt die Zahl, wenn jene hinzugezählt werden, über die keine Angaben über die Qualifikation vorliegen. Insgesamt habe jeder vierte Zeitarbeitnehmer keinen Berufsabschluss. Einsatzschwerpunkte seien Lagerarbeit und Logistikaufgaben. Der Wachstumskurs sei zwar erstaunlich, allerdings würden die Einschränkungen durch die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (

Das deutsche Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ( ) vom 7. August 1972 regelt die gewerbsmäßige Überlassung von Arbeitnehmern. Es diente ursprünglich ausschließlich dem sozialen Schutz der Zeitarbeitnehmer und sollte diese insbesondere vor Ausbeutung bewahren. Das AÜG stellt die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung unter einen so genannten Erlaubnisvorbehalt, d. h. der Verleiher bedarf der behördlichen Erlaubnis. Dies gilt auch für Verleiher mit Sitz im Ausland. Die Erlaubnis erteilt die Bundesagentur für Arbeit.

) erst im Verlauf dieses Jahres greifen. Es sei also mit einem Dämpfer zu rechnen.

Hochqualifizierte

Dass Zeitarbeit nicht nur für ungelernte Hilfskräfte interessant sei, offenbare sich beim Blick auf die wachsende Zahl Hochqualifizierter in der Zeitarbeitsbranche. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer mit dem Qualifikationsprofil „Experte“ sei laut FAZ innerhalb eines Jahres um fast sieben Prozent auf 39.000 Zeitarbeitsbeschäftigte gestiegen. Das lasse sich unter anderem darauf zurückführen, dass viele Hochschulabsolventen mittlerweile dazu tendieren, sich als Zeitarbeitnehmer erst verschiedene Unternehmen von innen anzuschauen, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen. Das gelte vor allem für Ingenieure. (WLI)

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