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Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung untersuchte Arbeitsmarktentwicklung
04.09.2018

Zeitarbeit maßgeblich für Rückgang der Teilzeitquote

„Teilzeitjobs nehmen noch immer deutlich zu, aber ihre Wachstumsrate wurde im zweiten Quartal 2018 von der Vollzeit überholt. Damit gibt es nach einem langen Aufwärtstrend wieder einen Rückgang der Teilzeitquote“, erklärte Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ( ). Während die sozialversicherungspflichtige Teilzeit kräftig weiterwachse, sinke die Zahl der Minijobs.

Laut

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ( ) in Nürnberg wurde 1967 als Forschungseinrichtung der Bundesanstalt für Arbeit gegründet. Es erforscht den Arbeitsmarkt auf Grundlage zweier gesetzlicher Aufträge, die für den Bereich der Arbeitslosenversicherung im III und für die Grundsicherung für Arbeitsuchende im SGB II geregelt sind. Das IAB macht seine Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich und erteilt unabhängigen Rat an Politik und Praxis.

-Pressemitteilung sei vor allem die Entwicklung in Wirtschaftszweigen wie Verkehr und Lagerei oder Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen maßgeblich für den Rückgang der Teilzeitquote. Dazu gehöre unter anderem die Zeitarbeit und Wachdienste. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten sei im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,5 Prozent, die der Vollzeitbeschäftigten um 1,8 Prozent gestiegen. Daher liege die Teilzeitquote mit 39,2 Prozent leicht unter dem Stand des Vorjahres (-0,1 Prozentpunkte).

Mehr Erwerbstätige

Die Erwerbstätigkeit insgesamt nahm, so das IAB, im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4 Prozent zu und lag bei 44,8 Millionen Personen. Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Erwerbstätigem habe im zweiten Quartal 326,5 Stunden betragen. Gegenüber dem Vorjahresquartal sei sie um 1,4 Prozent gestiegen. Der Krankenstand der Beschäftigten habe mit 3,82 Prozent knapp über dem Niveau des Vorjahresquartals (3,79 Prozent) gelegen. Der Arbeitsausfall in Krankentagen erhöhte sich damit laut Institut insgesamt leicht um 0,1 Tage auf 2,3 Tage.

Wochenarbeitszeit

Die durchschnittliche vereinbarte Wochenarbeitszeit sei mit rund 30 Stunden gegenüber dem Vorjahresquartal leicht gestiegen. Bei den Vollzeitbeschäftigten sei die tarifliche beziehungsweise betriebsübliche Wochenarbeitszeit gleichgeblieben, während bei Teilzeitbeschäftigten ein Anstieg um 0,1 Prozent zu verzeichnen sei. Vollzeitbeschäftigte arbeiteten im Durchschnitt rund 38 Stunden, Teilzeitbeschäftigte rund 17 Stunden.

Überstunden

„Angesichts der im ersten Halbjahr kräftigen Konjunktur wurden mehr Überstunden geleistet und Arbeitszeitkonten aufgefüllt“, sagte IAB-Forscher Weber. Die bezahlten Überstunden je Arbeitnehmer seien im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,4 Stunden auf 6,7 Stunden gestiegen. Die Zahl der unbezahlten Überstunden habe sich um 0,2 Stunden auf ebenfalls 6,7 Stunden erhöht. Zudem wurden im zweiten Quartal von den Beschäftigten im Durchschnitt 0,3 Stunden Guthaben auf den Arbeitszeitkonten aufgebaut. Insgesamt arbeiteten die Erwerbstätigen in Deutschland im zweiten Quartal 14,6 Milliarden Stunden. Das bedeute einen Anstieg von 2,7 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. (WLI)

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