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iGZ-Landeskongress Mainz 2014
15.05.2014

Zeitarbeit in Deutschland - Zeitarbeit in Europa

„Die größten Sorgen bereiten uns in der Zeitarbeit die vorgesehene Einführung einer maximalen Überlassungsdauer von 18 Monaten. Drei von vier befragten Zeitarbeitsunternehmen erwarten negative Effekte durch eine solche Regulierung“, stellte Ariane Durian, Bundesvorsitzende des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) im Rahmen ihrer Begrüßung zum iGZ-Landeskongress für die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen in Mainz fest.

Unter dem Titel „Zeitarbeit in Deutschland – Zeitarbeit in Europa“ betonte die Karlsruher Unternehmerin im Kurfürstlichen Schloss den hohen Stellenwert der Zeitarbeitsbranche in Europa. Dabei verwies die Bundesvorsitzende auch auf die Gefahr weiterer gesetzlicher Regulierungen, die sich aber wohl kaum noch verhindern ließen.

Kleingedrucktes

Unsere Aufgabe ist es nun mit der Politik zusammen über das Kleingedruckte zu sprechen. Wie muss ein Gesetz aussehen, das durch entsprechende Öffnungsklauseln dem Vorhaben des Gesetzgebers einerseits gerecht wird, aber andererseits auch das Flexibilitätsinstrument Zeitarbeit nicht über Gebühr einschränkt?“, fragte sie abschließend ins Plenum und appellierte an die iGZ-Mitgliedsunternehmen, die Zukunft der Zeitarbeit aktiv mitzugestalten.

"Vorübergehend"

Den Blick auf die europäische Richtlinie richtete anschließend iGZ-Geschäftsführer RA Dr. Martin Dreyer. Die Umsetzung der Richtlinie und ihre praktischen Auswirkungen auf die deutsche Zeitarbeitsbranche standen dabei im Mittelpunkt. Dass hierbei noch längst nicht alle Thematiken reguliert sind, demonstrierte der Jurist an den unterschiedlichen Auffassungen des Begriffs „vorübergehend“ zur Dauer der Überlassung.

Preisgespräche

Bei iGZ-Kongressen werden Themen stets von alles Seiten beleuchtet: „Zeitarbeit im deutschen Mittelstand - erst muss es in Deutschland laufen, dann können wir nach Europa“ lautete der Vortrag von Katharina Bitter, die sich mit den Tücken der Preisgespräche mit Kundenunternehmen auseinandersetzte. Mit dem Referat konnten die Zuhörer viele gute Tipps für die richtige Verhandlungsstrategie mit nach Hause nehmen.

Über den Tellerrand

Agentur- oder doch lieber das Unternehmerprinzip? Erst beim Blick über den deutschen Tellerrand hinaus offenbaren sich die unterschiedlichen Formen der Arbeitnehmerüberlassung in Europa: „Zeitarbeit – Was können und was müssen wir aus Europa lernen?“ lautete denn auch die Überschrift der Impulsreferate von Martine Micheli, Europa-Direktion, SYNERGIE S.A., von Dr. Anna Ricarda Gerlach, Blume & Asam Rechtsanwälte, und Markus Bickar, Bezirksleiter Deutschland, Groupe Crit. Neben einem Gesamtblick auf Europa widmeten sich die Vortragenden beispielhaft den Zeitarbeitsbranchen in Italien und Frankreich.

Unterschiedliche Rahmenbedingungen

Die Zeitarbeit sei unumgänglich in Europa und spiele auch eine wichtige soziale Rolle, weil tagtäglich Menschen über diese Branche den Weg zurück in die Arbeit finden, betonte Micheli in ihrem Vortrag. Zudem verwies sie auf die vielen unterschiedlichen Rahmenbedingungen, die in den europäischen Staaten für die Zeitarbeit gelten.

Finanzielle Sicherheiten

Dr. Anna Ricarda Gerlach richtete den Blick nach Italien und unterstrich, in den vergangenen Jahren sei die Zeitarbeit dort von einem starken Deregulierungskurs bestimmt gewesen. Besonderheit sei das im Vergleich zu Deutschland sehr strenge Autorisierungssystem für die Erteilung der Überlassungserlaubnis. „In Italien müssen auch finanzielle Sicherheiten geleistet werden“, nannte sie ein Beispiel.

Einsatzdauer

Das Modell Frankreich stellte Markus Bickar vor. Dort beherrschen drei Konzerne fast zwei Drittel des gesamten Marktes – insgesamt gebe es 1500 Firmen und 6900 Agenturen. In Frankreich gelte das Agenturprinzip. Zu den Prinzipien gehöre unter anderem die Begrenzung der Einsatzdauer (18 Monate) und ein Überlassungsverbot in bestimmten Situationen und Tätigkeitsbereichen. Die Referenten diskutierten anschließend gemeinsam mit iGZ-Regionalkreisleiterin Nicole Munk (Baden), moderiert von Gerhard Hohmann (SWR), welchen Weg die Zeitarbeit in Deutschland mit Blick auf Europa künftig gehen könnte.

Voraussetzungen

„Was ist bei grenzüberschreitender Arbeitnehmerüberlassung zu beachten?“ fragte der Leiter des iGZ-Rechtsreferats, RA Stefan Sudmann, und lieferte dazu auch gleich die passenden Antworten. „Eine Erlaubnis oder Registrierung ist nur erforderlich, wenn direkt an einen im Ausland ansässigen Kunden überlassen wird“, erläuterte er beispielsweise die Hürden bei der Entsendung ins europäische Ausland. Anders hingegen sei es bei der „Huckepacküberlassung“, wenn ein deutscher Kunde den Mitarbeiter mit ins Ausland nehme (Ausnahme: Schweiz).

Personalplanung

Mögliche zusätzliche Geschäftsfelder für Zeitarbeitsunternehmen stellte im Anschluss Dr. Oliver Stettes, Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, vor. Langfristige Personalplanung, so der Referent, sei eher die Ausnahme – deswegen sei strategische Personalplanung und Beratung zunehmend gefragt. In den Pausen nutzten die Teilnehmer das zusätzliche Angebot im Foyer des Schlosses, die Ausstellung „Dienstleister der Zeitarbeit“ zu besuchen, bevor iGZ-Kommunikationsleiter Marcel Speker den Kongress mit einem Schlusswort beendete. (WLI)

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