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IAB-Direktor zur Entwicklung der Asylbewerberzahlen
07.08.2019

Zeitarbeit generell wichtig für Integration

Als „generell wichtig für die Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt“ bezeichnete Ulrich Walwei, Kommissarischer Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Zeitarbeitsbranche. Mit knapp 32 Prozent beschäftigt die Zeitarbeit die weitaus meisten Asylbewerber, die einer Arbeit nachgehen.

Ulrich Walwei, Kommissarischer Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB, r.), hier im Gespräch mit iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz, betonte den hohen Stellenwert der Zeitarbeitsbranche bei der Integration Geflüchteter.)
Ulrich Walwei, Kommissarischer Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB, r.), hier im Gespräch mit iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz, betonte den hohen Stellenwert der Zeitarbeitsbranche bei der Integration Geflüchteter.)

„Unter den seit 2015 aus den acht wichtigen Asylherkunftsländern Syrien, Afghanistan, Irak, Eritrea, Pakistan, Nigeria, Somalia, Iran gekommenen Erwerbsfähigen gehen etwa 35 Prozent einer Beschäftigung nach", erläuterte Walwei in einem Interview mit der Zeitung „Welt".

Tendenz steigend

Insgesamt belaufe sich die Zahl auf rund 400.000 Erwerbstätige, und sie steige weiter. Im August 2018 waren es laut Vergleich 306.000. Weitaus geringer falle jedoch die Anzahl jener Migranten aus, die derzeit eine Berufsausbildung absolvieren: Von 1,2 Millionen Arbeitnehmern aus den acht Herkunftsländern sind 44.000 als Auszubildende tätig. Walwei bezeichnete die Neigung zur Ausbildung als durchaus noch ausbaufähig. Es dürfe aber auch nicht vergessen werde, dass eine Ausbildung oftmals hohe Anforderungen stelle.

50 Prozent Helfer

Rund 200.000 der 400.000 Asylbewerber seien als Helfer tätig. Dabei handele es sich meist um einfache Tätigkeiten in der Produktion. Für Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), bietet die Zeitarbeit vor allem auch Migranten aus diesen Herkunftsländern eine echte doppelte Chance.

Rückkehr in den Beruf

Auch ein Architekt habe dank Zeitarbeit beispielsweise die Möglichkeit, wieder in seinen alten Beruf zurückzukehren, selbst wenn er zunächst als Helfer eingesetzt werde: „Nach dem Erwerb deutscher Sprachkenntnisse und der Integration über Zeitarbeit steht der Weg für ein Studium und damit in den ursprünglichen Beruf wieder offen“, erklärte Stolz. Die Zusammenarbeit zwischen Jobcentern, Betrieben und Ausländerbehörden müsse jedoch noch deutlich unkomplizierter werden.

Luft nach oben

„Für die Zeitarbeitsbranche bedeutet die Beschäftigung und Integration Geflüchteter mit Blick auf den Anteil von Zeitarbeitnehmern mit Migrationshintergrund viel Routine und praktischer Alltag“, erläuterte Stolz angesichts der jüngsten Zahlen. Luft nach oben gebe es indes immer. Aber es sei bereits ein großer Schritt der Politik in die richtige Richtung, die früheren Beschäftigungsverbote für Flüchtlinge in der Zeitarbeit  aufzuheben. (WLI)

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