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iGZ-Hauptgeschäftsführer reagiert auf Diskreditierung
21.11.2018

Zeitarbeit für Geflüchtete Sprungbrett in Arbeitsmarkt

„Es ist schon recht peinlich, wenn eine Bundestagsabgeordnete mit falschen Zahlen hantiert und diese dann auch noch dazu benutzt, die Zeitarbeitsbranche fälschlich zu diskreditieren“, reagierte der iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz auf eine Veröffentlichung von Jutta Krellmann, Die Linke, zur Beschäftigung Geflüchteter aus Afghanistan, Irak und Syrien in der Zeitarbeit. Nach ihrer Rechnung sei es für Geflüchtete schwieriger als für Deutsche, dauerhaft Beschäftigung in der Zeitarbeit zu finden.

iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz: "Die Integration Geflüchteter ist eine Aufgabe, die wir nur alle gemeinsam lösen können.“
iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz: "Die Integration Geflüchteter ist eine Aufgabe, die wir nur alle gemeinsam lösen können.“

Krellmann hatte eine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet und Daten zu Schutzsuchenden aus diesen Ländern sowie zu nicht-deutschen Staatsangehörigen, deren Zeitarbeitsverhältnis endeten, erbeten. Nach ihrer Version seien knapp 80 Prozent der Staatsangehörigen aus Afghanistan, Irak und Syrien 90 Tage nach Beendigung eines Zeitarbeitsverhältnisses nicht in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, sondern arbeitslos (knapp 54 Prozent), geringfügig beschäftigt (knapp sechs Prozent) oder wieder in Zeitarbeit tätig (knapp 20 Prozent). „Das ist eine Milchmädchenrechnung, weil die 20 Prozent Zeitarbeitnehmer sehr wohl in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung tätig sind“, ärgert sich der iGZ-Hauptgeschäftsführer über die Zahlenjonglage der Linken.

Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

Auf Anfrage des iGZ bestätigte der Statistik-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA), bei einer Beschäftigungsdauer länger als neun Monate seien 67,4 Prozent der Flüchtlinge, die in Zeitarbeit gearbeitet haben, nach 90 Tagen wieder in Beschäftigung. Im Vergleich seien demgegenüber nur 59,8 Prozent der Flüchtlinge in allen Wirtschaftszweigen zu diesem Zeitpunkt beschäftigt. Das, so Stolz, beweise eindrucksvoll, dass Zeitarbeit nicht nur ein echtes Sprungbrett in den Arbeitsmarkt darstelle, sondern damit auch einen sehr hohen Integrationsfaktor habe. Bei Beschäftigungsdauern über 24 Monate sehen die Zahlen sogar noch besser für die Zeitarbeit aus, allerdings seien das dann auch nur noch sehr kleine Personengruppen.

Gemeinsame Aufgabe

90 Tage nach Abgang aus der Beschäftigung seien noch etwa 54 Prozent der Flüchtlinge arbeitslos, die vorher in der Zeitarbeit gearbeitet haben. Gesamtwirtschaftlich betrachtet seien es allerdings über alle Branchen hinweg auch noch 50 Prozent. „Niemandem ist damit geholfen, Zahlen nach Gutdünken auszulegen. Selbstverständlich sind die Beschäftigungshürden bei Geflüchteten mit Blick auf Sprachbarrieren und Ausbildungen wesentlich höher als bei Deutschen. Zeitarbeit bietet aber gerade für Geflüchtete ganz offenbar die besseren Voraussetzungen. Denn sonst wäre ja der Anteil Geflüchteter in der Zeitarbeit nicht am höchsten. Anstatt zu polemisieren, ist jetzt Zusammenarbeit gefragt. Denn die Integration Geflüchteter ist eine Aufgabe, die wir nur alle gemeinsam lösen können“, appellierte Stolz an die Politik. (WLI)

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