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iGZ-Adventsfrühstück Niedersachsen virtuell
08.12.2021

Zeitarbeit aus der Schublade holen

Mit Tannenzweig und Christbaumkugel drapiert, aber dennoch nur virtuell begrüßte Jürgen Sobotta, iGZ-Landesbeauftragter für Niedersachsen, rund 20 Mitglieder aus dem Bundesland zum iGZ-Adventsfrühstück – und überraschte die Teilnehmer mit der Information, nach mehr als zehnjähriger Tätigkeit nicht mehr als Landesbeauftragter kandidieren zu wollen. Die Wahl werde voraussichtlich im ersten Quartal 2022 stattfinden – bis dahin könne also noch in Ruhe über seine Nachfolge nachgedacht werden. Olaf Reinhardt verlässt den Bereich der Personaldienstleister in neue Gefilde und gibt sein Amt als iGZ-Regionalkreisleiter in Niedersachsen-Ost auf – gesucht werde nun ein Nachfolger.

Jürgen Sobotta, iGZ-Landesbeauftragter für Niedersachsen, informierte die niedersächsischen iGZ-Mitglieder, dass er nicht mehr als Landesbeauftragter kandidieren werde.
Jürgen Sobotta, iGZ-Landesbeauftragter für Niedersachsen, informierte die niedersächsischen iGZ-Mitglieder, dass er nicht mehr als Landesbeauftragter kandidieren werde.

Mit Blick auf die von der neuen Regierung anvisierte Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro rechne er mit einen Rutscheffekt nach oben. Er appellierte an die Unternehmen, sich nicht auf Preiskämpfe untereinander zu konzentrieren, sondern gemeinsam praktikable Lösungen zu finden.

Zeitarbeit in der Schublade

Jens Issel, Leiter der iGZ-Abteilung Kommunikation, sprach im Anschluss über „Branchenmarketing 2023 – Wie muss sich die Zeitarbeitsbranche positionieren?“ und ermunterte die Teilnehmer, aktiv mitzudiskutieren. Issel informierte zunächst, der iGZ plane die Veranstaltungen 2022 wegen der Coronalage zumindest im ersten Vierteljahr virtuell durchzuführen. In seinem Vortrag konzentrierte er sich auf das Image der Branche. Zu unterscheiden seien Fremd- und Selbstbild. Als Selbstbild gab Issel die Devise heraus, dass Zeitarbeit eine Branche sei, die die Gesellschaft nachhaltig beeinflusse – das sollen, so der Referent, auch andere wissen, anerkennen und solle sie motivieren. Andererseits habe die Branche damit zu kämpfen, dass die Zeitarbeit in einer „Schublade“ stecke: Wenn 500 Zeitarbeitsunternehmen seriös arbeiten und eins nicht, berichten die Medien über diese eine Firma, erläuterte Issel das Dilemma.

Zielgruppen

Es gelte also, aktiv auf die Zielgruppen zuzugehen und die Botschaften genau zu platzieren. Als Beispiel nannte er die Influencer, die teils eine Millionenanhängerschaft haben und die ein sehr großes Vertrauen in ihre Produktinformationen generieren. Jürgen Sobotta regte an, dazu gehöre auch ein Umwandeln der Begrifflichkeiten. Zur Sichtbarkeit nach außen betonte er, das komme auch jeweils auf die Persönlichkeit an und sei eine Frage der Unternehmensphilosophie. Vertrauen, Wertschätzung, Respekt und Fairness seien hierbei wichtige Voraussetzungen. Das Engagement im Social Media via Influencern sei ebenfalls ein wichtiger Aspekt der künftigen Kommunikation.

3G-Regelung am Arbeitsplatz

Ass.jur. Eric Odenkirchen, Leiter des iGZ-Fachbereichs Arbeits- und Tarifrecht, erläuterte im Anschluss die jüngsten Neuerungen zu den Regelungen am Arbeitsplatz mit Blick auf die Coronapandemie. Unter anderem erklärte er die Einführung von 3G – geimpft oder genesen oder getestet – am Arbeitsplatz. Odenkirchen verwies darauf, dass 3G beispielsweise auch beim Verlassen des Arbeitsplatzes – etwa beim Gang in die Mittagspause – erneut gelte. Eine Zeitarbeitsunternehmen könne auch eigene Mitarbeiter zertifizieren lassen, um die Tests durchzuführen. Ein Test dürfe maximal 24 Stunden alt sein, bei PCR erweitere sich die Spanne auf 48 Stunden. Der Test müsse den Mitarbeitern zudem mindestens zweimal pro Woche angeboten werden. Die Testzeit sei keine vergütungspflichtige Arbeitszeit, betonte Odenkirchen in diesem Zusammenhang.

Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld wird auch für die Zeitarbeitsbranche bis zum 31. März 2022 verlängert – keine Selbstverständlichkeit, unterstrich Odenkirchen, denn die Branche sei erst auf Einwirken des iGZ hin mit in die Verlängerung aufgenommen worden. Wichtig sei, dass das Bundesarbeitsgericht bei Einsatz von Kurzarbeit eine Neuberechnung des Urlaubsanspruchs entschieden habe. Dies entspreche auch dem Standpunkt des iGZ dazu. Abschließend berichtete er über mehrere anhängige Verfahren der Gerichte wie etwa zur Überlassungshöchstdauer. Mit einer Fragerunde und der Einladung Sobottas zum iGZ-Bundeskongress am 24. Mai 2022 in Hannover endete die letzte iGZ-Veranstaltung dieses Jahres in Niedersachsen. (WLI)

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