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Auswirkungen der AÜG-Reform analysiert
28.06.2018

Zeitarbeit auf Erfolgskurs

„Das Gesetz hat die Branche getroffen, jedoch weniger hart als befürchtet“, lautet das Fazit von Dr. Ralph Niederdrenk, PwC-Experte für Commercial Due Diligence. Die Zeitarbeitsbranche legte 2017 um rund fünf Prozent zu. Das ergab eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Der Fachkräftemangel macht sich auch in der Zeitarbeitsbranche intensiv bemerkbar.
Der Fachkräftemangel macht sich auch in der Zeitarbeitsbranche intensiv bemerkbar.

Auch in den nächsten zwei Jahren werde die Branche weiter wachsen – eventuell aber langsamer. Festgestellt wurde außerdem, dass viele Zeitarbeitsfirmen Probleme haben, in Zeiten von Fachkräftemangel und niedriger Arbeitslosigkeit genügend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Es zeichne sich ab, so Niederdrenk, dass die Übernahmequoten für Zeitarbeitnehmer steigen und die Beschäftigungszeiten rückläufig seien.

Überlassungshöchstdauer

Wie sich die Begrenzung der Überlassungsdauer längerfristig auswirken werde, müsse sich aber erst noch zeigen. Ab Oktober 2018 seien die ersten Zeitarbeitnehmer von der Begrenzung betroffen. Die Befürchtung, dass Zeitarbeitsfirmen in Folge der Neuregelungen komplett vom Markt verschwinden, sei laut Umfrage in der Branche nun nicht mehr so ausgeprägt wie im vergangenen Jahr.

Digitalisierung

Ein weiterer Aspekt sei die Modernisierung: Die Digitalisierung als technologischer Megatrend habe natürlich auch die Zeitarbeitsbranche längst erreicht. Schon heute seien rund die Hälfte der Prozesse in Zeitarbeitsfirmen digitalisiert. Dieser Anteil werde nach Einschätzung der Branche innerhalb der nächsten drei Jahre auf 70 Prozent ansteigen. Und Investitionen in die Digitalisierung zahle sich für die Unternehmen aus: „Sie haben die Chance, produktiver, flexibler und effizienter zu werden. Ein Beispiel ist die Einführung der digitalen Personalakte, mit der sich der Vermittlungsprozess deutlich schlanker gestalten lässt,“ erläuterte Niederdrenk die Intention. (WLI)

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