Direkt zum Inhalt

Benutzeranmeldung

kopf_aktuelles.jpg

Institut befragte 48 deutsche Verbände
27.12.2021

Wirtschaft blickt optimistisch auf das nächste Jahr

Zum Jahreswechsel befragt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) traditionell deutsche Verbände nach ihren aktuellen Geschäftsentwicklungen und Erwartungen für das kommende Jahr. Besonders auch für die Zeitarbeitsbranche sind die Ergebnisse interessant, da sich konjunkturelle Entwicklungen immer auch – und zuallererst – auf den Arbeitsmarkt auswirken. Nach zwei herausfordernden Jahren schauen die allermeisten Verbände laut IW sehr optimistisch auf 2022 – mit Ausnahme der Branchen, die immer noch stark unter der Pandemie leiden.

Die Automobilindustrie rechnet für 2022 mit einer stabilen Beschäftigungslage und plant mit gleichem Investitionsvolumen wie 2021.
Die Automobilindustrie rechnet für 2022 mit einer stabilen Beschäftigungslage und plant mit gleichem Investitionsvolumen wie 2021.

Hinter der deutschen Wirtschaft liege, so die IW-Pressemitteilung, eine turbulente und schwierige Zeit: Die Pandemie habe auch im zweiten Jahr deutliche Spuren hinterlassen. Viele wichtige Komponenten wie Chips und Halbleiter seien nach wie vor Mangelware, unersetzliche Rohstoffe ließen monatelang auf sich warten.

Besserung in 2021

Dennoch sei die Stimmung zum Jahreswechsel besser als noch vor einem Jahr, zeige die traditionelle IW-Verbandsumfrage: Jeder zweite der 48 befragten Verbände berichte von einer Besserung in 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Noch optimistischer sei der Blick auf 2022: Hier erwarten 39 Verbände eine höhere Produktion. 24 Verbände gehen von höheren Investitionen aus, 21 planen, mehr Jobs anzubieten. Nur acht Verbände rechnen damit, Personal abzubauen (Bergbau, Gummiverarbeitung, Schiffbau uns Meerestechnik, Druckindustrie, Landwirtschaft, Banken, Sparlkassen und Volksbanken).

Rohstoffmangel

Unter den Pessimisten seien vor allem jene Unternehmen, denen die Pandemie noch stark zusetze. In der Gummi- und Papierverarbeitung sowie der Glas- und Lederindustrie fehlen laut Bericht nach wie vor wichtige Rohstoffe und Materialien. Die Messewirtschaft berichte von einer Verschlechterung im Vergleich zu 2020. Es sei noch immer nicht absehbar, wann sich die Lage wieder normalisiere. Deutlich besser ergehe es dafür Handelsunternehmen und Speditionen, aber auch der Stahl- und Chemieindustrie sowie dem Metall- und Maschinenbau sowie der Bauwirtschaft. Letztere dürfte auch durch die Ankündigung der Ampel-Regierung, künftig jährlich 400.000 neue Wohnungen bauen zu wollen, auf sehr gute Geschäftsaussichten blicken. Gleichzeitig fehlen hier nach wie vor tausende Fachkräfte.

Neue Jobs geplant

Neue Jobs planen vor allem Industrieunternehmen: Die Pharmabranche rechnet mit mehr Beschäftigung, ebenso die Metall- und Elektroindustrie sowie Speditionen und Unternehmen aus der Informations- und Werbebranche. Im Bergbau dürften dagegen künftig Jobs wegfallen. Auch der Finanzsektor plane mit weniger Beschäftigten, die Branche leide unter einem flächendeckenden Strukturwandel, geringen Margen und dem zunehmendem Online-Banking. (WLI)

Neueste Artikel