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Blogbeitrag: Diandras Tagebuch aus Berlin
23.09.2020

"Weniger Ideologie – mehr Pragmatismus!"

Neun Monate und ein bisschen weise: Als ich Mitte Januar diesen Jahres als politische Referentin im Berliner Büro des iGZ anfing, hatte ich vorher durchaus Berührungspunkte mit dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz – auch im Zusammenhang mit der Novelle 2017. Allerdings muss ich zugeben, dass ich die Komplexität des Gesetzes und die Funktionsweise der Zeitarbeitsbranche als Ganzes unterschätzt habe.

Diandra Schlitt treibt im iGZ-Hauptstadtbüro in Berlin den Ausbau von Netzwerken mit relevanten Entscheidungsträgern und Organisationen voran und nimmt an externen Veranstaltungen mit arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkten teil.
Diandra Schlitt treibt im iGZ-Hauptstadtbüro in Berlin den Ausbau von Netzwerken mit relevanten Entscheidungsträgern und Organisationen voran und nimmt an externen Veranstaltungen mit arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkten teil.

Heute ist mir klar: Das Dreiecksverhältnis in der Zeitarbeit – wo Arbeitgeber* und Arbeitsleistung des Arbeitnehmers getrennt voneinander sind –  birgt vielfache Besonderheiten, die von vielen nicht erkannt werden.

Die Komplexität von Zeitarbeit wird unterschätzt

Das spannendste an der Zeitarbeit für mich: Sie ist nahezu überall in der Wirtschaft vertreten. Damit ist man immer wieder gefordert, sich in die gelebte Praxis einzuarbeiten, mit Vertretern der Einsatzbranchen in Austausch zu treten und unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Auch in den Medien ist Zeitarbeit vielfach vertreten. Leider fehlt hier oft grundsätzliches Wissen, trotz Informationsoffensiven aus Berlin und Münster. Jüngstes Beispiel hierfür ist die Debatte rund um das Verbot von Werkverträgen und Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischwirtschaft. Ich war überrascht, wie selbst öffentlich-rechtliche Medien die zentralen Unterschiede beider Vertragsformen übergehen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir vor Ort in der Hauptstadt immer wieder aufkären.

Faktenlage steht Verbotsvorhaben diametral entgegen

Zu Beginn meiner Tätigkeit beim iGZ habe ich nicht damit gerechnet, dass die Politik gleich mehrfach versucht Zeitarbeit in Einsatzbranchen zu verbieten. Ein Verbot ist meiner Ansicht nach das wohl schärfste Schwert unserer Demokratie. Daher muss es dafür auch triftige sowie unumstößliche Gründe geben. Blickt man jedoch auf den Sachstand des Verbotsvorhabens in der Fleischwirtschaft wird schnell klar, dass es dafür keinerlei Grundlage gibt. Die Bundesregierung weiß selbst nicht einmal wie viele Zeitarbeitnehmer in der Branche tätig sind. Auch in der Diskussion bezüglich der Verbotsinitiatve von Zeitarbeit in der Pflege wird von Kritikern immer wieder das Argument angeführt, Zeitarbeit würde in der Pflege exzessiv genutzt. Das Gegenteil ist der Fall. Der Anteil bewegt sich auf einem durchschnittlichen Niveau und ist im letzten Jahr sogar gesunken. Faktenbasierte Politik geht anders! (KM)

Den kompletten Blogbeitrag gibt es hier.

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