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Institut der deutschen Wirtschaft Köln untersuchte Jobs der Asylbewerber
10.06.2016

Viele Handwerker unter den Flüchtlingen

Bei der Integration von Flüchtlingen stellt sich – neben den Sprachkenntnissen – zuerst die Frage nach den Fähigkeiten und dem bislang im Heimatland ausgeübten Beruf. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) nahm die Zahlen der volljährigen Asylbewerber, die vor allem auch für Einsätze in der Zeitarbeitsbranche relevant sind, in einer Untersuchung unter die Lupe:

Demnach finden sich – unabhängig vom Geschlecht – vor allem unter den Syrern sehr viele Handwerker. Aus allen Herkunftsländern zusammengefasst waren 12,8 Prozent der Asylbewerber zuvor als Handwerker tätig. Aus Syrien kamen im Vergleich dazu 14,5 Prozent. Fast 15 Prozent derjenigen, die vor ihrer Flucht einen Job hatten, waren laut iwd zum Beispiel als Klempner oder Kfz-Mechaniker tätig. Einen ähnlich hohen Handwerkeranteil erreichen nur die Pakistaner.

Hilfskräfte

Ganz aus dem Raster fallen hingegen Antragsteller aus Eritrea – jeder dritte Asylant verdiente sein Geld zuletzt als Soldat. An zweiter Stelle folgen Hilfskräfte und/oder Privatangestellte mit 10,2 Prozent – aus Syrien kamen aus diesem Berufszweig lediglich 4,7 Prozent.

Dienstleistung

Auch das Dienstleistungsgewerbe ist mit 9,3 Prozent (Syrien: 9,4 Prozent) noch recht stark vertreten. Interessant auch der Blick auf die Flüchtlinge aus dem Iran: Antragsteller aus diesem Land arbeiteten vor ihrer Flucht mit sechs Prozent Anteil verhältnismäßig oft in künstlerischen Berufen oder als Ingenieur (5 Prozent). Ähnliche Zahlen gelten für Syrien mit jeweils 4 Prozent.

Akademiker

Akademische Asylbewerber aller Herkunftsländer übten vor ihrer Flucht am häufigsten Lehrberufe (18 Prozent), medizinische Tätigkeiten (elf Prozent) oder Ingenieurberufe (zehn Prozent) aus. Dabei, so das iwd, ist der Erwerbstätigenanteil bei den weiblichen und männlichen Akademikern etwa gleich hoch.

Erwerbstätige Frauen

Allerdings: Nur jede dritte Frau, die 2015 in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat, war in ihrem Herkunftsland erwerbstätig. Dagegen übten laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 75 Prozent aller Männer einen Beruf aus. Dabei muss jedoch nach Herkunftsländern unterschieden werden: Im Iran waren vor der Flucht mehr als 60 Prozent der Frauen erwerbstätig. In Serbien andererseits waren es nur 16 Prozent. „Über alle Regionen hinweg waren Frauen, wenn sie einen Job hatten, häufig im Dienstleistungssektor oder als Lehrerinnen beschäftigt und Männer als Hilfskräfte oder im Handwerk“, fasst das iwd die Ergebnisse zusammen. (WLI)

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