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Aktueller Beitrag zur Fleischindustrie im iGZ-Blog
19.08.2020

„Unter den Rumänen regiert die Angst!“

Seit die Bundesregierung plant, Zeitarbeit in der Fleischindustrie zu verbieten, wissen die Arbeiter nicht mehr, wie ihre Zukunft aussieht. Violeta Leica ist 22 Jahre alt und stammt aus Rumänien. Ihr Deutsch ist sehr gut, dabei lebt die ehemalige Tourismusstudentin erst drei Jahre in Westfalen. „Ich habe Angst um meinen Job“, sagt sie freimütig. Violeta Leica betreut rumänische Zeitarbeiter. Alle haben Angst, seit die Bundesregierung diskutiert, Zeitarbeit in deutschen Schlachthöfen zu verbieten.

Der Schlachtriese Tönnies hat Tausende Arbeiter in eine Krise gestürzt. Aber nicht nur seine eigenen Helfer an den Bändern, auch Tausende Rumänen, die hier bei anderen Arbeitgebern hart arbeiten und sich eine Zukunft aufbauen wollten.
Der Schlachtriese Tönnies hat Tausende Arbeiter in eine Krise gestürzt. Aber nicht nur seine eigenen Helfer an den Bändern, auch Tausende Rumänen, die hier bei anderen Arbeitgebern hart arbeiten und sich eine Zukunft aufbauen wollten.

„Wir haben doch alles richtig gemacht, bei uns hat keiner Corona“, sagt auch ihr Chef Eduard Bermann. Rund 150 Mitarbeiter hat sein mittelständisches Unternehmen, rund die Hälfte arbeitet in der Fleischverarbeitung.

Tausende Rumänen bangen um ihre Zukunft

Der Schlachtriese Tönnies hat Tausende Arbeiter in eine Krise gestürzt. Aber nicht nur seine eigenen Helfer an den Bändern, auch Tausende Rumänen, die hier bei anderen Arbeitgebern hart arbeiten und sich eine Zukunft aufbauen wollten. „Vor allem die Jungen wollen bleiben“, sagt die Personaldisponentin. „Wenn sie Deutsch sprechen, können sie schnell aufsteigen zum Maschinenführer.“ 2.000 Euro brutto gibt es dafür, tariflich festgelegt, mit 40-Stunden-Woche, 24 Tagen Urlaub, Fortzahlung im Krankheitsfall, Weihnachts- und Urlaubsgeld - ein sozialversicherungspflichtiger Beruf, wie ihn die Mehrheit in unserem Land hat.

Viele Fragen kommen jetzt auf

In Rumänien gebe es rund 350 Euro netto monatlich, sagt Leica. Der Mindestlohn beträgt 2,81 Euro. Die Mitarbeiter würden jetzt viel fragen: Wie geht es mit uns weiter? Einige hätten sich ein Auto gekauft: Wer soll die Rate von 300 Euro bezahlen, wenn hier der Job wegfällt? Seit der Coronakrise steigt auch im EU-Land am Schwarzen Meer die Arbeitslosenzahl sprunghaft an. Viele dieser EU-Bürger waren froh, hier ein Auskommen zu haben. Zwei bis dreimal die Woche geht Leica zu den Mitarbeitern nach Hause, hilft, wenn es Schwierigkeiten mit Behörden gibt oder es Arzttermine zu koordinieren gilt.

Von Andrea Resigkeit, iGZ-Fachbereichsleiterin Grundsatz im Hauptstadtbüro Berlin

Den ganzen Blogbeitrag steht hier.

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