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Konjunkturelle lose-lose-Situation für die Zeitarbeit
30.12.2019

Umfrage des IW Köln für 2020 zeigt gemischtes Bild

Die Industrie steht derzeit so schlecht da wie lange nicht, viele Dienstleister schauen dagegen optimistisch auf 2020. Das ist das Ergebnis der traditionell zum Jahreswechsel stattfindenden Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 48 Branchenverbänden. Dabei geht es um ihre Produktionserwartungen, Beschäftigungsperspektiven und Investitionsplanungen für das kommende Jahr. Die diesjährige Verbandsumfrage zeichnet ein sehr gemischtes Bild.

Die Industrie befindet sich dagegen seit Mitte des letzten Jahres in einer breit angelegten Rezession. Auch die unternehmensnahen Dienstleister erlitten im zweiten und dritten Quartal 2019 Geschäftseinbußen.
Die Industrie befindet sich dagegen seit Mitte des letzten Jahres in einer breit angelegten Rezession. Auch die unternehmensnahen Dienstleister erlitten im zweiten und dritten Quartal 2019 Geschäftseinbußen.

iGZ-Kommunikationsleiter Marcel Speker, der den iGZ als Mitglied im Beirat des Instituts der deutschen Wirtschaft vertritt, weist darauf hin, dass die in der Umfrage zum Ausdruck kommende Stimmung aus Sicht der Zeitarbeitsbranche  eine „lose-lose“-Situation darstelle: „In den Wirtschaftsbereichen, in denen die Zeitarbeit traditionell ihre Einsatzschwerpunkte hat, wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet. Gleichzeitig geht es in den Einsatzbereichen, wie etwa der Bauwirtschaft oder den nicht unternehmensnahen Dienstleistungen, weiter aufwärts, in denen die Branche insgesamt eher keinen Schwerpunkt hat oder in denen es sogar ein sektorales Überlassungsverbot gibt. Gesamtwirtschaftlich spricht das IW daher von einer „zaghaften Zuversicht“, während die Zeitarbeitsbranche von den Rückgängen voll erwischt wird, aber von den ausgleichenden Steigerungen nicht profitiert.“

Die Industrie befindet sich in einer Rezession

In der Studie heißt es: „Die deutsche Volkswirtschaft tritt seit dem Frühjahr 2019 auf der Stelle. Bislang konnten die boomende Bauwirtschaft und der in Teilen expansive Dienstleistungssektor einen ernsthaften gesamtwirtschaftlichen Rückgang verhindern. Die Industrie befindet sich dagegen seit Mitte des letzten Jahres in einer breit angelegten Rezession. Auch die unternehmensnahen Dienstleister erlitten im zweiten und dritten Quartal 2019 Geschäftseinbußen.“ Ein Ende des industriellen Rückgangs ist demnach auch für das vierte Quartals 2019 nicht zu erwarten. Insgesamt erwartet eine knappe Mehrheit der Unternehmensverbände für 2020 zwar einen Anstieg der Produktion, aber jeweils eine deutliche Mehrheit eine Seitwärtsbewegung sowie einen Rückgang bei Investitionen und Beschäftigung.

Verunsicherungen bei Unternehmen und Verbrauchern

Besonders trüb ist die industrielle Lage bei den Automobilherstellern, den Chemieunternehmen und den Maschinenbauunternehmen. Sie berichten von einer deutlichen Verschlechterung im Vergleich zum vergangenen Jahr. Das liegt zum einen daran, dass sich die Geschäftslage nach einer besonders guten Phase wieder normalisiert. Zum anderen sorgen geopolitische Risiken sowie große Herausforderungen wie die Digitalisierung und der Klimawandel für Verunsicherungen bei Unternehmen und Verbrauchern. „Es zeigt sich eine insgesamt weiterhin labile Konjunktur, die in der Industrie nur eine Hoffnung auf Stabilisierung im Jahr 2020 bietet“, sagte IW-Direktor Michael Hüther. „Entwarnung kann noch nicht gegeben werden.“ (MS)

Die gesamte IW-Studie gibt es hier: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Kurzberichte/PDF/2019/IW-Kurzbericht_2019-IW-Verbandsumfrage_fuer_2020.pdf

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