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Zwischenruf zur Zeitarbeit in der Fleischindustrie
26.06.2020

"Tönnies und die Marktwirtschaft"

In einem "Zwischenruf" (Kommentar) äußerte sich jetzt der Journalist Richard Schütze zu "Tönnies und die Moral in der Marktwirtschaft". In der Tagespost schreibt er unter anderem: Mit Tönnies stehe aber wieder einmal die marktwirtschaftliche Ordnung am Pranger. Vorneweg die Zeitarbeit, unzutreffend auch Leiharbeit genannt, und das System der Werkverträge. Diese Instrumente würden gezielt eingesetzt, um gesetzliche Verpflichtungen der sozialen Gerechtigkeit auszuhebeln, heißt es. SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil wolle Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassungen verbieten. Doch das, so der Autor, sei wohlfeile Augenwischerei.

Europas größter Fleischlieferant steht für Billigfleisch und quälende Massentierhaltung. Sein Name ist in aller Munde, brandmarkt eine ganze Region und wurde zum Synonym für soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung: Clemens Tönnies. Zwischenruf von Richard Schütze, TAGESPOST
Europas größter Fleischlieferant steht für Billigfleisch und quälende Massentierhaltung. Sein Name ist in aller Munde, brandmarkt eine ganze Region und wurde zum Synonym für soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung: Clemens Tönnies. Zwischenruf von Richard Schütze, TAGESPOST

Solch‘ moralische Minderwertigkeit suche nach jedem Schlupfloch im Gesetz, um unmenschliche Arbeitsbedingungen zu kreieren, Menschen zu versklaven und zu knechten, sie gegebenenfalls gesundheitlich auch bedenkenlos zu schädigen, Sozialdumping zu betreiben und sogar die eigene Familie zu terrorisieren. Er sei laut Autor der Sündenbock par excellence und erwirtschafte sein Geld in einer Branche, deren Reputation auf unterstem sittlichen Niveau angekommen sei: Dem Schlachten, vorzugsweise von Schweinen, und der Fleischverarbeitung. Europas größter Fleischlieferant, so Schütze in der Tagespost, steht für Billigfleisch und quälende Massentierhaltung. Sein Name sei in aller Munde, brandmarke eine ganze Region und wurde zum Synonym für soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung: Clemens Tönnies.

Der Unternehmer als Sündenbock

Ihn persönlich zu kennen und auch als Boss des Ruhrpott-Traditionsklubs „Schalke 04“ anerkannt zu haben, beschäme heute die politische Elite im Städtchen Rheda-Wiedenbrück, im Landkreis Gütersloh, in ganz NRW und darüber hinaus. Sogar ein katholischer Priester attackiert laut Schütze Tönnies; Peter Kossen urteile von hohem moralischem Thron, spreche von Sklaverei und bringe Tönnies mit der organisierten Kriminalität der Mafia in Zusammenhang. Auch der Staatsanwalt ermittele. Schlimmer gehe es nimmer.

Die Verantwortung und die Rolle des Staates

Der Staat aber sei verantwortlich für eine sach- und damit auch menschengerechte Gestaltung der Rahmenbedingungen des Wirtschaftens. Er habe zu regeln, welche Waren und Güter und welche Dienstleistungen gesellschaftlich erwünscht und welche für Mensch, Tier und Umwelt schädlich und zu verbieten seien. Er habe eine faire Wettbewerbsordnung zu garantieren und Regelverletzungen zu sanktionieren. Schütze: "Mit Steuern und Abgaben kann er Anreize setzen oder Fehlentwicklungen Einhalt gebieten; die Tabak- und Alkoholsteuer sind dafür Beispiele." Tönnies verspreche, sich künftig daran zu halten; er wolle seinen Betrieb und auch die ganze Branche grundlegend verändern und völlig neu gestalten. Auch an diesen Worten werde man ihn festhalten. (WLI)

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