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IAB untersuchte Anwendung von Branchentarifverträgen
02.06.2017

Tarifbindung im Sinkflug

Im Jahr 2016 arbeiteten 48 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in Betrieben, für die ein Branchentarifvertrag gilt. Das zeigen Daten des IAB-Betriebspanels, einer jährlichen Befragung von rund 15.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Im Gegensatz dazu blickt die Zeitarbeitsbranche auf eine nahezu hundertprozentige Tarifabdeckung. Was nicht durch das iGZ-

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ( ) ist die größte Dachorganisation von Einzelgewerkschaften. Ihm gehören acht Mitgliedsgewerkschaften in der Bundesrepublik Deutschland an. Diese decken alle Branchen und Wirtschaftsbereiche ab. Es gibt jedoch auch Gewerkschaften, die nicht zum DGB gehören. Der DGB versteht sich als Stimme der Gewerkschaften und Arbeitnehmer gegenüber politischen Entscheidungsträgern und Verbänden in Bund, Ländern und Gemeinden und koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten. Er ist von Anfang an dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft verpflichtet. Der DGB wurde am 12. Oktober 1949 in München gegründet.

-Tarifvertragswerk abgedeckt ist, wird über Haustarifverträge der Arbeitgeber direkt mit den Gewerkschaften geregelt.

Deutlich gesunkener Anteil

Seit 1996, als erstmals Daten zur Tarifbindung für Ost- und Westdeutschland vom

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ( ) in Nürnberg wurde 1967 als Forschungseinrichtung der Bundesanstalt für Arbeit gegründet. Es erforscht den Arbeitsmarkt auf Grundlage zweier gesetzlicher Aufträge, die für den Bereich der Arbeitslosenversicherung im III und für die Grundsicherung für Arbeitsuchende im SGB II geregelt sind. Das IAB macht seine Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich und erteilt unabhängigen Rat an Politik und Praxis.

erhoben wurden, ist der Anteil der in tarifgebundenen Betrieben Beschäftigten laut IAB-Pressemitteilung deutlich zurückgegangen. 1996 arbeiteten in Westdeutschland 70 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, in denen ein Branchentarifvertrag galt. Im Jahr 2016 waren es nur noch 51 Prozent.

Aktuell stabiler Wert

In Ostdeutschland sank der entsprechende Anteil der Beschäftigten von 56 auf 36 Prozent. Gegenüber 2015 hat sich der Anteil aber kaum verändert: In Ostdeutschland sank er um einen Prozentpunkt, in Westdeutschland blieb der Wert konstant.

Haustarifverträge

Für acht Prozent der Beschäftigten im Westen und elf Prozent im Osten galt ein zwischen Betrieb und Gewerkschaft abgeschlossener Firmentarifvertrag. Das bedeutet ein Minus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr in Ostdeutschland. In Westdeutschland ist keine Veränderung zu verzeichnen.

Indirekte Tarifierung

42 Prozent der westdeutschen und 53 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten arbeiteten 2016 in Betrieben, in denen es keinen Tarifvertrag gab. In Westdeutschland profitierten 50 Prozent dieser Arbeitnehmer jedoch indirekt, da sich ihre Betriebe an Branchentarifverträgen orientierten. In Ostdeutschland waren es 48 Prozent der Beschäftigten in Betrieben ohne Tarifbindung, denen die indirekte Wirkung eines Tarifvertrages nutzte, schreiben die IAB-Forscher Susanne Kohaut und Peter Ellguth in den

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut ist ein gewerkschaftsnahes Forschungsinstitut mit Sitz in Düsseldorf. Es geht zurück auf das 1946 gegründete Wirtschafts-Wissenschaftliche Institut (WWI) und wurde 1972 umbenannt. Seit 1995 ist es in die Hans-Böckler-Stiftung eingegliedert.

-Mitteilungen 4/2017.

Wert kaum verändert

Diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen: 2015 arbeiteten noch 44 Prozent der Beschäftigten in nicht tarifgebundenen Betrieben, die sich aber an den tarifvertraglichen Standards orientieren. In Westdeutschland dagegen hat sich dieser Wert kaum verändert und

Das Landesarbeitsgericht (LAG) ist in Deutschland ein oberes Landesgericht auf dem Gebiet der Arbeitsgerichtsbarkeit. Es ist regelmäßig Berufungs- oder Beschwerde-Gericht im Rechtszug der Arbeitsgerichtsbarkeit zu den erstinstanzlichen Urteilen und Beschlüssen des Arbeitsgerichtes. Gegen Urteile des Landesarbeitsgerichts ist als Rechtsmittel die Revision oder bei Beschlüssen die Rechtsbeschwerde zum Bundesarbeitsgericht möglich.

bei 51 Prozent. (WLI)

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