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Innerhalb eines Jahres ein Minus von 120.000 Stellen
13.08.2020

Sinkende Nachfrage gefährdet Zeitarbeitsplätze

624.900 Beschäftigte arbeiteten laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im Mai 2020 in der Zeitarbeitsbranche. Ein Jahr zuvor, meldete jetzt die Rheinische Post (RP) waren es noch 749.000, was einem Minus von 120.000 Arbeitnehmern entspreche. Laut RP seien Zeitarbeitsbeschäftigte in der Coronakrise mit die ersten Arbeitnehmer, „die ihre Jobs verlieren“.  

Der Blick zurück zeigt, dass in der Zeitarbeitsbranche innerhalb eines Jahres 120.000 Zeitarbeitnehmer ihren Hut nehmen mussten.
Der Blick zurück zeigt, dass in der Zeitarbeitsbranche innerhalb eines Jahres 120.000 Zeitarbeitnehmer ihren Hut nehmen mussten.

Viele Unternehmen, so die RP, versuchen zunächst, die Stammbelegschaften zu halten. Viele Zeitarbeitnehmer seien außerdem in der Industrie beschäftigt, und vor allem das verarbeitende Gewerbe habe wegen der Coronapandemie mit der sinkenden Nachfrage aus dem Ausland zu kämpfen. Die Industrie verlange die Möglichkeit, Zeitarbeit gerade wegen der aktuellen Krise flexibler einsetzen zu können.

Überlassungshöchstdauer

Die Regierung solle die Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten aussetzen, formulierte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau – und verwies damit auf eine weitere Hürde, die für sinkende Zahlen in der Zeitarbeit sorgt: Mit der AÜG-Reform definierte der Gesetzgeber zusätzliche Einschränkungen, die dafür sorgten, dass die Zeitarbeitsbranche in ihrer Handlungsfähigkeit sehr stark – vor allem auch zu Lasten der Zeitarbeitnehmer – eingeschränkt wurde.

Kurzarbeitergeld verlängern

Einig sind sich Arbeitgeber und Gewerkschaften, dass die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld verlängert werden solle. Aus Sicht der exportorientierten Industrie sei eine Verlängerung sinnvoll, weil die internationalen Absatzmärkte noch weit bis ins nächste Jahr bräuchten, um sich von der Pandemie zu erholen. Vorstellbar seine eine Anhebung der Bezugsdauer von zwölf auf 24 Monate. Die Zahl der Kurzarbeiter sei mittlerweile allerdings rückläufig: Laut Schätzung der BA waren im Juni noch rund 4,5 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit – im Mai waren es fast sieben Millionen.

iGZ-Schreiben an die Politik

Der iGZ hat bereits reagiert und sich mit einem Schreiben an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gewandt. Bei einer Verlängerung solle auch die Zeitarbeitsbranche berücksichtigt werden, appelliert der iGZ an die Politik. Derzeit beziehen 36,4 Prozent der Zeitarbeitnehmer Kurzarbeitergeld. (WLI)

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