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Lünendonk GmbH stellt neue Studie zur Zeitarbeit 2015 vor
21.08.2015

Rekrutierungswege wandeln sich

Einen Wandel der Rekrutierungsformen neuer Mitarbeiter erwartet die Lünendonk GmbH laut ihrer neuen Studie 2015, "Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland". Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels sei damit zu rechnen, dass sich die nachfrageorientierte Rekrutierung hin zu einer kandidatenorientierten Vermarktung wandele.

Wenn es also den Zeitarbeitsunternehmen gelinge, die Besetzungsquoten aus den Bewerberpools zu erhöhen, könne mit einer besseren Profitabilität gerechnet werden. Der Vertrieb müsse folglich verstärkt darauf ausgerichtet sein, die Zeitarbeitnehmer im laufenden Rekrutierungsprozess besser zu vermitteln.

Arbeitslosigkeit

Der erwartete Wandel hat seine Gründe: Die Arbeitslosigkeit ist, so die Lünendonk-Studie, weiterhin niedrig. Demgegenüber gebe es eine große regionale Diskrepanz bei der ungleichmäßigen Verteilung zwischen Arbeitsplatzangebot und verfügbaren Arbeitskräften.

Mobilität

„Weil sich nur relativ wenige Menschen entscheiden, für einen neuen Job in eine andere Region oder ein anderes Bundesland zu ziehen, gibt es im süddeutschen Raum Regionen mit Arbeitslosenquoten zwischen drei und vier Prozent, während etwa Bremen oder Berlin sogar mehr als zehn Prozent Arbeitslosigkeit aufweisen“, heißt es in der Studie. Neben dem Alter sei auch das Qualifikationsprofil ein wesentlicher Faktor für die Bereitschaft zur Arbeitsplatzmobilität.

Attraktive Jobs

Jüngere Arbeitnehmer – Berufseinsteiger – nutzen eher die Gelegenheit, für einen attraktiven oder lukrativen Job in eine andere Region oder ein anderes Bundesland zu ziehen. Wer bereits eine Familie gegründet hat, sei dazu nicht mehr so bereit. Wer außerdem in einiger Entfernung vom Geburtsort studiert habe, zeige eine überdurchschnittlich große Arbeitsplatzmobilität.

Rekrutierungskanäle

Für die Zeitarbeitsunternehmen bedeute dies, dass die Wahl der effektivsten Rekrutierungskanäle eine zentrale Rolle spiele, wenn es um bessere Quoten bei der Kandidatengewinnung gehe. Detaillierte Kenntnis der Kandidatengruppen und spezifische Besetzung der Rekrutierungsteams seien dafür weitere Voraussetzungen.

Berufliche Herkunft

Hierbei sei auch die berufliche Herkunft der Zeitarbeitnehmer zu berücksichtigen. Die meisten Zeitarbeitnehmer seien vor der Einstellung bis zu einem Jahr arbeitslos gewesen. 2014 kamen 51,1 Prozent aus dieser Gruppe. Vorher langzeitarbeitslos waren 16,7 Prozent (plus 1,2 Prozent im Vergleich zu 2013). Insgesamt waren also über zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer (67,8 Prozent) vorher ohne Anstellung.

Harte Reserve

Diese dokumentieren, dass nicht zuletzt auch aufgrund des Kandidatenmangels zunehmend die „harte Reserve“ des Arbeitsmarkts aktiviert wird. Offenbar sind die Kundenunternehmen der Zeitarbeitsbranche laut Lünendonk mittlerweile teils zu mehr Zugeständnissen bei der Kandidatenauswahl bereit. Zeitarbeit werde zunehmend auch als Sprungbrett in ein neues Unternehmen gesehen, lautet das zweite Fazit. Häufig werde schon zu Beginn des Einsatzes ein klares Übernahmeziel zwischen Auftraggeber und Personaldienstleister vereinbart. (WLI)

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