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iGZ-Forum Personalmanagement Düsseldorf
15.02.2018

Perspektivwechsel Zeitarbeit

Fünf zentrale Fragen zur Zukunftsfähigkeit der Zeitarbeitsbranche standen beim iGZ-Forum Personalmanagement in Düsseldorf im Vordergrund. Den rund 100 Teilnehmern wurden bei fachlichen Vorträgen und kleineren Diskussionsrunden konkrete Anregungen für die alltägliche Arbeit im Unternehmen gegeben. Insbesondere die Themen Kompetenzentwicklung, Digitalisierung, Rekrutierungsmethoden, Geschäftsmodelle und Personalentwicklung wurden ausgiebig diskutiert.

Thorsten Rensing, Mitglied im iGZ-Bundesvorstand, begrüßte zum Auftakt die Teilnehmer beim Forum Personalmanagement und freute sich auf interessante Vorträge und angeregte Diskussionen mit den Teilnehmern. „Dieses Mal geht es um die Perspektive Zeitarbeit. Allerdings aus einer anderen Perspektive."

Zukunft der Zeitarbeit

Über die Zukunft der Zeitarbeitsbranche sprach Christian Baumann, iGZ-Bundesvorsitzender. Im Vordergrund stand vor allem die positive Veränderung des Images der Zeitarbeitsbranche. Baumann verwies hier auf die Rolle der Unternehmer als Markenbotschafter, aber auch auf den iGZ. Der Verband arbeite bereits an einer Strategie, damit ein einheitliches Bild über die Zeitarbeit in der Öffentlichkeit entsteht.

Vorteile der Zeitarbeitsbranche

Baumann verwies auch auf die hohe Rekrutierungsfähigkeit der Zeitarbeitsbranche. Zeitarbeit sei sehr flexibel und decke Nischenmärkte ab und vermittele Arbeitnehmer mit Mangelqualifikationen an Unternehmen. Das sei ein entscheidender Vorteil der Zeitarbeit. Deshalb wird die Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt weiterhin von Bedeutung sein, aber nicht mehr im Fokus stehen. „Zeitarbeitsunternehmen sollen als professionelle Personalpartner für Unternehmen wahrgenommen werden“, betonte Baumann.

Kompetenzentwicklung von Bedeutung

Einen Einblick in die zukünftigen Herausforderungen der Bildung gab Prof. Dr. Werner Sauter, Wissenschaftlicher Leiter der Blended Solutions GmbH Berlin. Momentan würden Menschen auf Jobs vorbereitet, die noch gar nicht existieren sowie auf die Nutzung von Technologien vorbereitet, die noch nicht entwickelt seien. „Die Digitalisierung wird in naher Zukunft alle Qualifikationsebenen betreffen, nicht nur die Unqualifizierten“, betonte Sauter. Es werde ein radikaler Wandel weg von der Qualifikation hin zur Kompetenzentwicklung einsetzen. Daher sei es nötig, Lernprozesse in Unternehmen für die effektive Entwicklung von Kompetenzen zu gestalten. „Für jeden Mitarbeiter müssen aber individuelle Kompetenzen und Ziele definiert werden“, erklärte Sauter. Vor allem sei aber jeder Mitarbeiter für die Entwicklung seiner Kompetenzen eigenverantwortlich. Die Führungsebene initiiere lediglich die Veränderung im Unternehmen.

Weiterbildung von Mitarbeitern

Detlef Hühnert, Geschäftsführer Hühnert Training, referierte über die Bildung als Chance für die Zeitarbeit. Wichtig sei es, die Menschen für Bildung zu begeistern. Dafür benötigen Unternehmen konkrete Konzepte und Programme. Konzepte für Weiterbildungen führen, so der Referent,  insbesondere zu einer besseren Positionierung am Markt des Unternehmens und somit auch zu einer höheren Akzeptanz bei den Kundenunternehmen. Die innere Motivation der Mitarbeiter für Weiterbildung müsse jedoch vorhanden sein und diese Mitarbeiter müssten identifiziert werden. Die Umsetzung neuer Bildungsangebote in die Praxis diskutierten die Teilnehmer anschließend in Gruppen.

Agilität der Zeitarbeitsbranche

Wie Zeitarbeitsunternehmen zu agilen Unternehmen werden können erklärte Katrin Lohner, Geschäftsführerin Coach-Ability. Hier sei es von Bedeutung, dass die Initiative von der Geschäftsführung komme, aber von allen Mitarbeitern akzeptiert und gelebt werde. Agile Unternehmen lernen laut Expertin von Fehlern aus der Vergangenheit und fragen Experten um Rat. Auch die Wertschätzung der Mitarbeiter und Transparenz der Geschäftsführung seien förderlich für das Funktionieren eines agilen Unternehmens. Lohner sieht die Zeitarbeitsbranche ebenfalls bereit für Agilität. „Entscheidend sind nur die Erfolgsfaktoren. Transparenz, flache Hierarchien und den Kulturwandel gestalten, gehören dazu.“

Zeitreise

Die Referenten Thorsten Rensing, Prof. Dr. Werner Sauter, Detlef Hühnert und Katrin Lohner diskutierten abschließend über die Entwicklung der Zeitarbeitsbranche bis zum Jahr 2030. Alle Referenten sind sich einig, dass vor allem die Kommunikation und die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter für die Zeitarbeitsbranche von zentraler Bedeutung sind. (SB)

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