Direkt zum Inhalt

Benutzeranmeldung

kopf_aktuelles.jpg

Lünendonk-Studie 2018 veröffentlicht
25.07.2018

Online-Jobbörsen wichtigster Rekrutierungskanal

Die Rekrutierungsstärke ist der Wettbewerbsfaktor Nummer 1 im deutschen Markt für Zeitarbeit und Personaldienstleistungen. Das steht in der aktuellen Lünendonk-Studie 2018 „Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen in Deutschland“.

Bislang seien Arbeitsagenturen stets der wichtigste Rekrutierungskanal gewesen, jetzt zeige sich allerdings eine Zäsur: Erstmals seien Online-Jobbörsen wichtiger als die Arbeitsagenturen. Durchschnittlich rekrutieren die führenden Anbieter mehr als 28,4 Prozent der Zeitarbeitnehmer über Online-Jobbörsen. Über die Arbeitsagenturen liege der Anteil nur noch bei 19,6 Prozent. Laut Lünendonk-Studie lag dieser Anteil in der Vorjahresuntersuchung noch bei 24,3 Prozent.

Digitalisierung bedeutend für Zeitarbeitsbranche

„Die Arbeitsagenturen wurden nach Anlauf über mehrere Jahre nun sehr deutlich von den Online-Jobbörsen überholt“, analysiert Hartmut Lüerßen, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder, die Situation. In Summe seien die digitalen Rekrutierungskanäle den Untersuchungen des Research-Unternehmens zufolge bereits seit einigen Jahren wichtiger als die „Offline-Rekrutierung“ per Brief, Print-Anzeigen oder Job-Messen. „Dennoch steht diese Zäsur symbolisch für die steigende Bedeutung der Digitalisierung für den Personaldienstleistungsmarkt“; so Lüerßen weiter.

Hoher Innovationsdruck

Nachdem die Zeitarbeitsunternehmen im Jahr 2017 viel Zeit und Geld investieren mussten, um die neue Gesetzgebung abzubilden, die Mitarbeiter zu schulen und die Kunden auf die neuen Regeln vorzubereiten, gehe es aktuell darum, sich für die digitale Zukunft aufzustellen. „Diese Balance zwischen Kostendruck, Kandidatenmangel, erwarteten höheren Übernahmequoten und Innovationsdruck ist schwer auszutarieren“, erläutert Lüerßen.

Umkämpfter Bewerbermarkt

Dabei wollen die führenden Anbieter an erster Stelle in die Rekrutierung investieren. Hier stehe beispielsweise mit Programmatic Job Advertising ein Innovationskandidat aus der Online-Marketing-Welt vor der Tür des stark umkämpften Bewerbermarkts: Services und Plattformen, die anhand von Analytics die jeweils erfolgversprechendsten Kanäle und Stellenbörsen auswählen und auch an den etablierten Bezahlmodellen rütteln dürften. An zweiter Stelle seien Investitionen in den Vertrieb zu nennen, gefolgt von „mobile-optimierten Web-Auftritten“ und „Anbindung externer Service-Portale und Dienste.“

Flexible Prozessketten

Aus der Marktperspektive betrachtet solle die Möglichkeit, innovative Technologien oder externe (Online-)Dienste anzubinden, nicht unterschätzt werden. Für die Personaldienstleister gehe es darum, flexible und mobile Prozessketten abzubilden, bei denen auch externe Services wie Stellenmarkt-Suchmaschinen und automatisches Matching mit vorhandenen Kandidatenprofilen eingebunden werden können.

Voice Commerce im Vormarsch

„In wenigen Jahren könnten Kunden daran gewöhnt sein, auch Business-Themen durch die künstliche Intelligenz von Alexa oder Google Assistant in den Äther zu sprechen. Wenn dann Google for Jobs in Deutschland verfügbar ist, rufen vielleicht schon die ersten Bewerber an, wenn der Personaler oder Werkleiter noch im Stau auf der Autobahn steht“, sagt Lüerßen. „Voice Commerce klingt zugegebenermaßen noch sehr nach Zukunftsmusik. Aber vor der Einführung des iPhones 2007 und mobile first/mobile only waren es nur noch acht Jahre. Klar ist: Die Digitalisierung wird die Entwicklungen im Personaldienstleistungsmarkt auf Jahre hinaus massiv beeinflussen.“ (SB)  

Neueste Artikel