Direkt zum Inhalt
iGZ-Landeskongress Nord
07.09.2017

Norden hoch vier - Zeitarbeit hilft

„Im Schatten der Bundestagswahl“ fand der iGZ-Landeskongress Nord in Bremen statt. „Trotz der umfangreichen Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes sind wir noch immer nicht aus dem Fokus der Politik gerückt“, bedauerte Bettina Schiller, stellvertretende iGZ-Bundesvorsitzende und iGZ-Landesbeauftragte Bremen. Außer CDU und FDP hätten alle großen Parteien Einschränkungen der Zeitarbeit im Wahlprogramm festgeschrieben.

„Das hat auch mit der Darstellung der Zeitarbeit in den Medien zu tun“, mutmaßte Schiller. Kürzlich habe wieder in den Zeitungen gestanden, dass Bremen eine Hochburg der Zeitarbeit sei. „In dem Artikel fehlte aber jeder Hinweis darauf, dass Bremen als achtgrößter Industriestandort einfach einen sehr hohen Bedarf an flexiblen Mitarbeiterstrukturen hat“, kritisierte Schiller die fehlende Einordnung der Zahlen.

„Langfristigere Strukturen“

Christian Baumann, iGZ-Bundesvorsitzender und iGZ-Landesbeauftragter Hamburg, hoffte auf Stabilität nach der Bundestagswahl. „Bei Gesetzen weiß man leider nie, wann sie sich wieder ändern“, so Baumann. Die tariflichen Strukturen, wie etwa die neuen Branchenzuschlags-Tarifverträge, seien im Vergleich dazu „viel besser, sicherer und langfristiger“. Besonderer Dank gelte daher der iGZ-Tarifkommission, die mit viel Einsatz die tarifliche Equal Pay-Lösung mit den Gewerkschaften verhandelt habe.

Neues Autowerk in Bremen

„Bremen ist seit jeher eine Autostadt“, berichtete Marion Kayser, Vorsitzende des Borgward-Clubs in Bremen. 100 Jahre nach der Eröffnung des ersten Borgward-Werks soll im Jahr 2019 ein neues Montagewerk in Bremen eröffnet werden, in dem jährlich 50.000 Elektrofahrzeuge gebaut werden sollen. „Dadurch entstehen rund 100 neue Arbeitsplätze“, freute sich Kayser.

Fachforen und Expertengespräch

Anschließend hatten die rund 350 Kongressteilnehmer die Möglichkeit, sich in insgesamt sechs Fachforen zu Zukunftsthemen zu informieren (zum separaten Artikel). Die Frage „Lohnt sich Bildung?“ debattierten Thomas Schlegtendal, Hoffmann Medical Service GmbH, iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann und Dr. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer IW Köln. Marcel Speker, iGZ-Leiter Kommunikation und Arbeitsmarktpolitik, moderierte das Expertengespräch (zum separaten Artikel). (ML)

Sie könnte auch interessieren

07.09.2017 Fragen zur AÜG-Reform geklärt
07.09.2017 Klös: „Bildung lohnt sich“
07.09.2017 Tinder – Die Dating-App als Rekrutierungstool
07.09.2017 Langzeitarbeitslosigkeit mit Zeitarbeit bekämpfen

Neueste Artikel