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Bundesregierung beantwortet Kleine Anfrage der Grünen
01.04.2019

Nachhaltige Beschäftigung attestiert

„Gerade für Personen mit Vermittlungshemmnissen, zum Beispiel Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte oder geflüchtete Menschen, die häufig keinen oder keinen verwertbaren Berufsabschluss haben beziehungsweise denen berufsfachliche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse fehlen, kann sie (die Zeitarbeit) eine Möglichkeit eröffnen, Arbeitsmarktnähe zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen“, schreibt die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“.

iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz: "Der Zeitarbeitsbranche kann ein hohes Maß an Nachhaltigkeit attestiert werden."
iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz: "Der Zeitarbeitsbranche kann ein hohes Maß an Nachhaltigkeit attestiert werden."

Darin fragte die Fraktion Struktur, Entlohnung und Vermittlungstätigkeit der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Zeitarbeitsbranche ab. Im Juni 2018 waren, so die Bunderegierung, 1,02 Millionen oder 2,7 Prozent der Beschäftigten als Zeitarbeitnehmer tätig. Davon waren 18 Prozent jünger als 25 Jahre, und 26 Prozent hatten keinen Berufsabschluss.

Hilfskräfte

Acht Prozent besaßen laut Regierung einen akademischen Abschluss. 54 Prozent der Leiharbeiter waren als Hilfskräfte eingesetzt, 36 Prozent arbeiteten als Fachkraft und fünf Prozent wurden als Spezialisten identifiziert. Die Bundesregierung erläuterte zudem die Praxis der BA, Arbeitslose auch in Zeitarbeit zu vermitteln: „Die Nachhaltigkeit der Vermittlung kann nicht nur am zeitlichen Aspekt gemessen werden, sondern auch daran, ob sie die Chance bietet, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Gerade für Menschen mit Vermittlungshemmnissen kann Zeitarbeit eine solche Möglichkeit eröffnen“, heißt es in der Antwort.

Nachhaltigkeit

Unter anderem wurde auch die Nachhaltigkeit von Beschäftigungsaufnahmen in der Zeitarbeit thematisiert: „Allen Auslegungs- und Interpretationsversuchen zum Trotz: 271.000 (75 Prozent) der 360.000 Personen, die in Zeitarbeit einmündeten, waren sowohl nach sechs als auch nach zwölf Monaten sozialversicherungspflichtig beschäftigt, womit der Zeitarbeitsbranche ein hohes Maß an Nachhaltigkeit attestiert werden kann“, reagierte iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz auf die Antwort der Bundesregierung.

Durchgehend beschäftigt

155.000 Beschäftigte seien an allen drei Stichtagen in der Zeitarbeit zu finden gewesen. Die große Mehrheit davon, 107.000, sei sogar durchgängig beschäftigt gewesen. 117.000 (33 Prozent) Arbeitnehmer waren ebenfalls an allen drei Stichtagen, teils in anderen Branchen tätig. Das, so der iGZ-Hauptgeschäftsführer, spreche für einen hohen Übermittlungseffekt. Nichts desto trotz könne die Nachhaltigkeit der Vermittlung laut Regierungsantwort nicht ausschließlich am zeitlichen Aspekt gemessen werden. Die Zahlen seien ein Indiz dafür, dass die Eingliederung von Arbeitslosen über die Zeitarbeitsbranche besser gelinge, als es der erste oberflächliche Blick auf die Zahlen vermuten lasse. (WLI)

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