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Bei iGZ-Mitglied nachHALLtig nachgefragt 
05.11.2021

Mitarbeitersuche ohne CSR noch schwieriger

Wer keinen CSR-Nachweis hat, kriegt den Auftrag nicht - das erleben Zeitarbeitsbetriebe immer wieder. Verantwortung für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft zu übernehmen (engl. "Corporate Social Responsibility" – CSR), wird mittlerweile erwartet. Die Vorteile liegen auf der Hand: CSR-Aktivitäten fördern die Arbeitgeberattraktivität, liefern Kunden bei der Wahl eines Personaldienstleisters oft die richtigen Argumente, können Kosten sparen und unterstützen zu guter Letzt das Branchenimage. In seiner neuen Reihe „nachHALLtig nachgefragt“ spricht der iGZ mit seinen Mitgliedern darüber, wie sie Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb umsetzen, welchen Nutzen CSR für sie hat und welche „Langzeitwirkung“ entstehen kann. Frank Hartmann ist Geschäftsführer beim iGZ-Mitgliedsunternehmen Ha Pe Con in Gladenbach. Er startet aktuell in den CSR-Prozess.

Auch Zeitarbeitsbetriebe haben Verantwortung für die Nachwelt, Mitarbeitende und den Planeten, findet Frank Hartmann.
Auch Zeitarbeitsbetriebe haben Verantwortung für die Nachwelt, Mitarbeitende und den Planeten, findet Frank Hartmann.

Herr Hartmann, bitte vervollständigen Sie den Satz „Wenn wir uns nicht mit Nachhaltigkeit beschäftigen würden, dann… käme ich als Unternehmer und ehrbarer Kaufmann meiner Verantwortung für Ressourcenknappheit, Risikosenkung durch vorbeugendes Verhalten und Verbesserung der Unternehmensreputation nicht nach. Dann wäre es sicher noch schwieriger, neue Mitarbeitende zu gewinnen. 

Wie würden Sie die aus Ihrer Sicht wichtigsten Gründe beschreiben, warum sich CSR für Personaldienstleister lohnt?  

Wir leben in unserem Team seit unserer Unternehmensgründung gewisse familiäre Werte und darauf legen wir insbesondere auch bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitender großen Wert. Dabei geht es immer um den persönlichen Zweck der Existenz und die damit verbundenen Ziele, die jeder Mensch in sich trägt. Wir sprechen seit Jahren über den Arbeitskräftemangel. Es ist im Recruiting deshalb sehr wichtig, mit einem klar definierten Leitbild aufzutreten und damit auch Mitarbeitende an sich zu binden. Wenn man am Puls der Zeit lebt, erkennt man, dass das Thema Ökologie zu Recht einen großen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft einnimmt. Gerade wenn es um Personalrekrutierung und Kundenbindung geht, sieht man, dass gesellschaftliches Engagement mit Loyalität belohnt wird. Durch eine positive Mund-zu-Mund-Propaganda wiederum werden neue Arbeitskräfte auf Personaldienstleister aufmerksam. Es gilt dabei, drei grundsätzliche Fragen zu beachten:
1. Was wollen deine Mitarbeitenden? 
2. Wie schaffe ich durch transparente Kommunikation eine möglichst hohe Bindung zu Mitarbeitenden, Bewerbern, Kunden und Lieferanten?
3. Welche Vergütungsmodelle eignen sich, um langfristige Partnerschaften zu bilden?  

Was raten Sie iGZ-Mitgliedern, die in das Thema einsteigen möchten? 

Wir haben für das Thema „CSR“ eine kleine Projektgruppe gegründet bestehend aus unserem Auszubildenden, verschiedenen externen Mitarbeitenden und mir als Unternehmensgründer. Schon nach dem zweiten Treffen haben wir festgestellt, dass wir bereits viele Bausteine in unseren Qualitätsstandards verankert und beschrieben haben. Es geht letztendlich wie bei vielen Dingen ums TUN und darum, sich kritisch mit Prozessen auseinanderzusetzen und Bewusstsein zu schaffen. 

Was tun Sie persönlich, um Verantwortung für die Gesellschaft und/ oder die Umwelt zu übernehmen? 

Selbstverständlich achte ich auch persönlich sehr auf meinen ökologischen Fußabdruck. Ich versuche saisonale und regionale Produkte zu kaufen, die möglichst verpackungsfrei sind. Außerdem ernähre ich mich bewusst einmal wöchentlich vegetarisch. Meine Rolle als Familienvater einer fünfjährigen Tochter interpretiere ich so, dass Demut sehr wichtig ist. Unser erzieherisches Ziel sehen meine Frau und ich darin, demütig gegenüber anderen Menschen, Tieren und vorhandenen Ressourcen zu sein. Es muss nicht immer das neueste Spielzeug sein, manchmal ist weniger mehr.  

Im Titel dieses Interviews spielen wir mit dem Begriff NachHALL oder kurz HALL. Wie verstehen Sie diesen Begriff im Hinblick auf CSR und Ihr verantwortungsvolles Handeln als Zeitarbeitsunternehmen?

Ich verstehe diesen Begriff im Sinne von nachHALLEN, als Echo. Als Zeitarbeitsunternehmen sollte man trotz vieler Vorurteile, egal ob politisch oder gesellschaftlich, immer auch Vorreiter sein und zum Denken anregen. Wir können als Branche mit gutem Beispiel voran gehen und somit einen Dominoeffekt erwirken. Es geht aus meiner Sicht nicht darum, was Generationen vor uns getan haben, sondern um die gegenwärtige Situation und wie jeder Einzelne diese positiv verändern kann. Ich denke, das Zitat von Neil Armstrong vor einem halben Jahrhundert trifft es ganz gut: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“ (JR)

Alle Infos zu CSR in der Zeitarbeit und einen Musterbericht für den eigenen CSR-Nachweis gibt's hier

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