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iGZ-Bundesvorsitzender äußert sich im Hamburger Abendblatt
09.04.2018

Mehr Wertschätzung für Zeitarbeitnehmer gefordert

„Zeitarbeit ist nicht für jeden etwas. Aber für all jene, die flexibel sind und Abwechslung mögen, ist sie eine prima Option", äußerte jetzt der Bundesvorsitzende des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), Christian Baumann, in einem Bericht des Hamburger Abendblatts über Chancen durch professionelle Jobvermittlung.

Der iGZ-Bundesvorsitzende Christian Baumann kritisierte im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt die mangelnde Wertschätzung der Gesellschaft gegenüber Zeitarbeitnehmern.
Der iGZ-Bundesvorsitzende Christian Baumann kritisierte im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt die mangelnde Wertschätzung der Gesellschaft gegenüber Zeitarbeitnehmern.

Unter dem Titel „Zeitarbeit - ein zunehmend gefragtes Sprungbrett“ berichtet der iGZ-Bundesvorsitzende unter anderem darüber, dass der Bedarf an Zeitarbeitskräften in allen Wirtschaftsbranchen aktuell sehr groß sei. Für Hamburg nannte er beispielsweise die Werften, den Logistikbereich, den Handel und die Luftfahrtindustrie.

Fachkräfte gesucht

Baumann: "Händeringend gesucht werden nicht nur einfache Hilfskräfte und kaufmännische Mitarbeiter, sondern auch hoch qualifizierte Fachkräfte wie IT-Experten, Ingenieure oder Ärzte."

Individuelle Beweggründe

Viele Zeitarbeitnehmer, so Baumann, seien jung und kämen unmittelbar aus ihrer Ausbildung. Zeitarbeit biete die Möglichkeit, mehrere Unternehmen auszuprobieren und sich dann das Passendste auszusuchen. Individuelle Anforderungen an die Arbeitszeiten oder der Wunsch nach Abwechslung seien weitere Beweggründe, die Zeitarbeit zu nutzen. Hinzu komme ein großer Teil an Arbeitnehmern, die vorher arbeitslos waren und Schwierigkeiten haben, auf dem Arbeitsmarkt wieder einen Platz zu finden.

Zeitarbeit toleranter

Zudem sei traditionell der Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund und Geflüchteten sehr hoch. Baumann: „Diese Mitarbeiter bringen einen deutlichen Mehrwert ins Unternehmen, aber leider scheuen sich immer noch zu viele Arbeitgeber, sie einzustellen.“ Zeitarbeitsunternehmen seien wesentlich toleranter. Mittlerweile, so der iGZ-Bundesvorsitzende, arbeiten etwa 30 Prozent der Geflüchteten in Deutschland in der Zeitarbeit.

Pflegebereich unterrepräsentiert

Parallel zu allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei auch die Zahl der Zeitarbeitnehmer gestiegen. In der Gesamtwirtschaft liege der Anteil bei 3,3 Prozent. Im Pflegebereich sei die Zeitarbeit unterrepräsentiert: Rund 1,3 Prozent aller Pflegestellen seien nach Zahlen des iGZ über Zeitarbeit besetzt. Zeitarbeitsunternehmen zahlen ihren Pflegekräften häufig ein übertarifliches Entgelt.

Wertschätzung fehlt

Was vielfach fehle, sei die Wertschätzung für die in der Zeitarbeitsbranche Tätigen, kritisierte der iGZ-Bundesvorsitzende gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Zeitarbeitnehmer sind keine Arbeitnehmer zweiter Klasse!“ Wer es mit Zeitarbeit versuchen wolle, solle sich an einen seriösen Dienstleister wenden und darauf schauen, ob man zusammenpasse. Baumann: „Die rund 3.500 Mitgliedsunternehmen des iGZ haben sich einem Ethik-Kodex verpflichtet und lassen ihr Handeln im Konfliktfall durch eine unabhängige Kontakt- und Schlichtungsstelle überprüfen.“ (WLI)

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