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BA veröffentlicht Monatsbericht zum Arbeitsmarkt
01.12.2020

Leichtes Plus für den Zeitarbeitsmarkt

656.700 Beschäftigte meldet das Statistische Amt der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Zeitarbeitsbranche im Monat September. Das bedeutet einen weiteren leichten Zuwachs im Vergleich zum Vormonat August (642.200 Arbeitskräfte) um 14.500 Arbeitnehmer. Das entspricht einem Plus von 2,3 Prozent. Nach wie vor negativ fällt die Entwicklung im Vorjahresvergleich aus: 2019 waren im September noch 97.000 Zeitarbeitnehmer mehr in der Branche angestellt.753.700 Beschäftigte im Jahr 2019 bedeuten im Vergleich zu 2020 einen Rückgang von 12.9 Prozent.

Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA): "Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen."
Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA): "Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen."

Laut BA konzentrierte sich der Beschäftigungsrückgang auf drei Branchen: die Metall- und Elektroindustrie (-157.000 oder -3,4 Prozent), die Arbeitnehmerüberlassung (-97.000 oder -12,9 Prozent) und das Gastgewerbe (-73.000 oder -6,5 Prozent). Der Rückgang im Gastgewerbe sei allein auf die Coronakrise zurückzuführen, meldet die BA. In der Arbeitnehmerüberlassung sowie in der Metall- und Elektro-industrie habe die Coronakrise die schon vorher rückläufige Entwicklung noch verstärkt. Das äußerte sich zudem in der Zahl der gemeldeten Stellen: Fasse man die einzelnen Monate seit April zusammen, wurden 990.000 Stellen neu gemeldet, 397.000 oder 29 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ausschlaggebend für den Rückgang seien weniger Stellenmeldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (-163.000 oder -38 Prozent), aus dem Handel (-40.000 oder -26 Prozent) und dem Gastgewerbe (-29.000 oder -46 Prozent).

Zurückhaltung

„Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, die gesamtwirtschaftlichen Arbeitsmarktzahlen für November.

Arbeitslosigkeit verringert

Die Arbeitslosigkeit sei im November im Vergleich zum Vormonat stärker zurückgegangen als in den Vorjahren. Mit 2.699.000 liege die Zahl der Arbeitslosen 61.000 niedriger als im Oktober. Saisonbereinigt habe sie sich laut BA-Pressemitteilung um 39.000 verringert. Gegenüber dem Vorjahr habe sich die Arbeitslosenzahl um 519.000 erhöht. Die Arbeitslosenquote sinke von Oktober auf November um 0,1 Prozent auf 5,9 Prozent, verzeichne aber im Vergleich zum November des vorigen Jahres ein Plus von 1,1 Prozent.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtige, sei saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 42.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im November 2020 bei 3.520.000 Arbeitnehmern. Das waren 385.000 mehr als vor einem Jahr.

Kurzarbeit

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis September zur Verfügung. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit wurde im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds habe nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp sechs Millionen sukzessive abgenommen.

Stabiles Beschäftigungsniveau

Mit den wirtschaftlichen Beschränkungen in Folge der Corona-Krise haben sich Erwerbstätigkeit und Beschäftigung deutlich verringert, zuletzt stabilisierten sie sich jedoch auf dem niedrigeren Niveau. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Oktober saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 20.000 erhöht. Mit 44,93 Millionen Arbeitenden fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 645.000 niedriger aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm saisonbereinigt von August auf September um 31.000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr sei die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im September nach Hochrechnungen der BA um 143.000 auf 33,80 Millionen Beschäftigte gesunken.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften sei zu Beginn der Corona-Krise massiv zurückgegangen, erholte sich in den vergangenen Monaten aber merklich. Auswirkungen des Teil-Lockdowns im November seien in Form einer Abflachung des Anstiegs zu spüren, was hauptsächlich auf weniger Neumeldungen von Stellen zurückzuführen sei. Im November waren 601.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 136.000 weniger als vor einem Jahr. Saisonbereinigt habe sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 11.000 erhöht.

Ausbildungsmarkt

In der Nachvermittlungszeit am Ausbildungsmarkt für einen sofortigen Ausbildungsbeginn waren von Oktober bis November coronabedingt mit 61.000 rund 11.000 junge Menschen mehr auf Ausbildungssuche als im letzten Jahr. Dem standen 70.000 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber, 8.000 mehr als im Vorjahr. 31.000 Bewerberinnen und Bewerber und damit gut die Hälfte waren noch unversorgt und weitere 20.000 suchten trotz Alternative weiterhin eine Ausbildungsstelle. Gleichzeitig waren 25.000 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. (WLI)

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