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KuSS und Hotline Zeitarbeit tauschten sich aus
03.12.2014

Kooperation entwickelt sich positiv

„Die Kontakt- und Schlichtungsstelle hat einen deutlichen Vorteil: Herr Oelmann kann im Gegensatz zu uns Druck auf die Unternehmen ausüben“, resümierte Silke Hoffmann, Beraterin der Hotline Zeitarbeit. In den Münsteraner Räumlichkeiten des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) trafen sich Vertreter beider Einrichtungen zum Erfahrungsaustausch.

Druck ausüben – damit meint Hoffmann die Tatsache, dass die iGZ-Mitglieder verpflichtet sind, mit der Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS) zusammenzuarbeiten. Denn die kontrolliert die Einhaltung des iGZ-Ethik-Kodexes, der fest in der Verbandssatzung verankert ist, und sucht gegebenenfalls eine Lösung. Wenn ein Mitglied die Zusammenarbeit verweigert oder wiederholt gegen den iGZ-Ethik-Kodex verstößt, kann es aus dem Verband ausgeschlossen werden.

Weiterleitung an die KuSS

Solche Möglichkeiten haben die Mitarbeiterinnen der Hotline Zeitarbeit nicht. „Darum leiten wir unsere Anrufer gerne an die KuSS weiter, wenn das beschuldigte Unternehmen ein iGZ-Mitglied ist“, berichtete Hoffmann. Dabei sei es sehr hilfreich, dass der iGZ eine Übersicht über die Mitgliedsunternehmen auf seiner Homepage veröffentliche. Denn die KuSS kümmert sich nur um Probleme mit iGZ-Mitgliedern.

Ähnliche Themen

Thematisch geht es bei beiden Stellen ähnlich zu. Besonders häufig sind Fragen zu Entgelt, Eingruppierung, Arbeitszeitkonto und Kündigung. „Fragen zu Branchenzuschlägen werden immer seltener“, zeichnete Torsten Oelmann von der Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS) die Entwicklung nach.

100 Anrufe pro Monat

Katja Köhler, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Hotline Zeitarbeit, gab einen Einblick in die Statistik des Infotelefons. Pro Monat wählen rund 100 Personen die Rufnummer. In 23 Prozent der Fälle deuten die Hinweise des Anrufers darauf hin, dass gegen rechtliche oder tarifliche Vorschriften verstoßen wurde. Dann geben die Mitarbeiterinnen den Anrufern Hinweise, wie sie weiter vorgehen können. „Das kann der Weg zum Disponenten sein, zum Betriebsrat, zum Lohnsteuerhilfeverein oder zum Anwalt. Oder eben zur Kontakt- und Schlichtungsstelle.“ Andersherum leitet die iGZ-Bundesgeschäftsstelle Anrufer, die sich über Nicht-iGZ-Mitglieder beschweren möchten, an die Hotline Zeitarbeit weiter. (ML)

Die Kontakt- und Schlichtungsstelle ist eine unabhängige Institution, die die Einhaltung des iGZ-Ethik-Kodexes kontrolliert. Im Vordergrund der Arbeit steht das Bestreben, in Konfliktfällen eine Einigung zwischen den Streitparteien zu erzielen. Die Hotline Zeitarbeit ist ein Serviceangebot des DGB NRW und der NRW-Landesregierung für Arbeitnehmer und Arbeitsuchende. Hier stehen Information und Aufklärung im Mittelpunkt.

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