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Rechtsexperte informiert über Verhalten am Arbeitsplatz
23.07.2019

Hitzewelle in Deutschland - arbeitsrechtliche Tipps

Zum Thema „Hitzefrei“ gibt es erstaunlicherweise keine höchstrichterliche Rechtsprechung. Insbesondere gibt es keinen Rechtsanspruch auf eine Arbeitsbefreiung wegen erhöhter Raumtemperaturen. Vielmehr kann festgestellt werden, dass Arbeitnehmer hinsichtlich der Raumtemperatur in Büroräumen durchaus belastbar sein müssen. Die Zumutbarkeitsgrenze liegt hier hoch. Die Wohlfühlgrenze ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt und nicht jede kurzzeitige Erhöhung der Raumtemperatur führt direkt zu gesundheitlichen Problemen. Insoweit müssen auch heiße Sommertage im Büro ertragen werden. Ausnahmen gelten natürlich für Jugendliche, Ältere, Schwangere und stillende Mütter.

Erst ab über +30 Grad C müssen mittels einer Gefährdungsbeurteilung weitere Maßnahmen vom Arbeitgeber umgesetzt werden, damit die Belastung der Mitarbeiter durch die Hitze reduziert werden kann.
Erst ab über +30 Grad C müssen mittels einer Gefährdungsbeurteilung weitere Maßnahmen vom Arbeitgeber umgesetzt werden, damit die Belastung der Mitarbeiter durch die Hitze reduziert werden kann.

Tipps bei Hitze am Arbeitsplatz

Die „Spielregeln“ zur Raumtemperatur von Arbeitsplätzen ergeben sich aus der Arbeitsstättenverordnung. Diese Verordnung wird durch die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A 3.5. Raumtemperatur) konkretisiert. Danach muss der Arbeitgeber zunächst lediglich Maßnahmen zum Schutz vor Sonneneinstrahlung ergreifen, wenn die Raumtemperatur dauerhaft über +26 Grad Celsius beträgt.

Erst ab über +30 Grad C müssen mittels einer Gefährdungsbeurteilung weitere Maßnahmen vom Arbeitgeber umgesetzt werden, damit die Belastung der Mitarbeiter durch die Hitze reduziert werden kann. Unabhängig von allen Regelungen, sollte es im Interesse des Arbeitgebers liegen, für ein erträgliches Raumklima zu sorgen, damit alle motiviert und leistungsfähig bleiben.

Technische Hilfsmittel nach Prüfung erlaubt

Eine Verlagerung der Arbeitszeit in die Morgen- oder Abendstunden könnte etwas Linderung verschaffen. Die Lockerung von Kleidungsvorschriften ist sicherlich sehr hilfreich gegen die Wärmebelastung. Technische Hilfsmittel (z. B. Sonnenschutz oder Ventilatoren) können schnell und effektiv eingesetzt werden. Stellt der Arbeitgeber keine technischen Hilfsmittel zur Verfügung, dann werden häufig private Geräte mit zum Arbeitsplatz genommen. Beliebt sind hier kleine Ventilatoren. Allerdings bedarf es dazu unbedingt des Einverständnisses durch den Arbeitgeber. Auch private Elektrogeräte (Ventilatoren, Heizlüfter, Radios) müssen vom Arbeitgeber technisch überprüft werden, damit keine Gefährdung der Mitarbeiter (z. B. durch Stromschlag oder Brand) eintreten kann.

Olaf Dreßen, iGZ-Referat Arbeits- und Tarifrecht

Den ganzen Beitrag finden Sie im iGZ-Blog: www.igz-blog.de

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