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BA meldet 12,5 Prozent mehr als im August 2020
28.10.2021

Größter Zuwachs bei Zeitarbeit verzeichnet

Auch wenn die Stimmung in der Wirtschaft aktuell leicht verhalten ist – der positive Trend in der Zeitarbeitsbranche hat sich fortgesetzt: Für den Monat August verzeichnete das Statistische Amt der Bundesagentur für Arbeit (BA) 721.800 Zeitarbeitnehmer. Im Juli waren es noch 715.100 – das entspricht einem Plus von 6.700 Beschäftigten (plus 0,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr fallen die Zahlen noch wesentlich deutlicher aus: Im August 2020 registrierte die BA 641.700 Zeitarbeitsbeschäftigte – die Differenz von 80.100 entspricht einem Plus von 12,5 Prozent. Damit steht die Zeitarbeitsbranche im Vergleich auf dem ersten Platz der absolut größten Zuwächse innerhalb eines Jahres. Es folgen die qualifizierten Unternehmensdienstleistungen mit einem Plus von 75.000 (plus 2,9 Prozent) und das Gesundheitswesen mit 72.000 (plus 2,8 Prozent) Beschäftigten.

Kräftiges Plus: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die BA eine Zunahme in der Zeitarbeitsbranche um 12,5 Prozent.
Kräftiges Plus: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die BA eine Zunahme in der Zeitarbeitsbranche um 12,5 Prozent.

„Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sinken kräftig, Beschäftigung und die Nachfrage der Unternehmen nach neuem Personal nehmen zu und Kurzarbeit ist weiter rückläufig. Die Folgen der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt sind zwar noch sichtbar, werden aber kleiner“, sagte denn auch der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, mit Blick auf die Zahlen zum Gesamtarbeitsmarkt.

Kräftige Verringerung

Im Zuge der Herbstbelebung habe sich die Zahl der Arbeitslosen im Oktober 2021 gegenüber dem Vormonat kräftig verringert, und zwar um 88.000 auf 2.377.000. Saisonbereinigt habe sie damit um 39.000 abgenommen. Gegenüber dem Oktober des vorigen Jahres ist sie laut BA-Pressemitteilung um 383.000 geringer. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozent auf 5,2 Prozent, 0,8 Prozent niedriger als im Oktober 2020. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl aufgrund der Corona-Krise sei zwar noch nicht vollständig wieder ausgeglichen, werde aber zunehmend kleiner. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote lag im September bei 3,2 Prozent. Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, lag im Oktober bei 3.138.000 Personen. Das waren 397.000 weniger als vor einem Jahr.

Kurzarbeit

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 24. Oktober für 93.000 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis August 2021 zur Verfügung. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit wurden in diesem Monat für 760.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme gehe damit weiter zurück. Im April 2020 hatte sie mit knapp sechs Millionen den Höhepunkt erreicht.

45,24 Millionen Erwerbstätige

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen, so die BA, weiter an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sei die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im September 2021 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 31.000 gestiegen. Mit 45,24 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 267.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe saisonbereinigt von Juli auf August um 33.000 zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im August nach Hochrechnungen der BA um 490.000 auf 33,97 Millionen Beschäftigte gestiegen. Die geringfügig entlohnte Beschäftigung erhole sich ebenfalls weiter von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Im August betrug ihre Zahl 7,23 Millionen. Saisonbereinigt bedeute das einen merklichen Anstieg von 26.000 gegenüber dem Vormonat.

Personalnachfrage steigt

Die Nachfrage nach neuem Personal steigt im Oktober leicht auf hohem Niveau. 809.000 Arbeitsstellen waren bei der BA gemeldet, 206.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 13.000 erhöht. Der BA-Stellenindex (BAX) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland – stieg im Oktober 2021 um zwei auf 126 Punkte. Er liege damit 29 Punkte über dem Wert von Oktober 2020. Der BA-X übertreffe auch den Wert vom März 2020, also dem letzten Berichtsmonat, bevor die Auswirkungen der Pandemiemaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt sichtbar wurden. (WLI)

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