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Großer Themenmix bei „PERSONAL.PRAXIS.WEST.HYBRID.“
08.09.2021

Geballte Informationen und Zeitarbeit im Wahlkampf

Nachdem rund 60 iGZ-Mitglieder vormittags beim NRW-Landeskongress „PERSONAL.PRAXIS.WEST.HYBRID.“ die Möglichkeit nutzten, sich vor Ort in Dortmund in vier Praxis- und Wissenscamps über Aktuelles rund ums Thema Zeitarbeit zu informieren, ging die Veranstaltung am Mittag zusätzlich online.

Carl-Julius Cronenberg, MdB, FDP, wunderte sich, dass Zeitarbeit nicht häufiger als positives Beispiel für gute Zusammenarbeit der Sozialpartner genannt wird.
Carl-Julius Cronenberg, MdB, FDP, wunderte sich, dass Zeitarbeit nicht häufiger als positives Beispiel für gute Zusammenarbeit der Sozialpartner genannt wird.

„Wir spüren eine deutliche Erholung am Arbeitsmarkt, aber der Fachkräftemangel fällt uns wieder deutlich vor die Füße, und wir müssen dem gemeinsam entgegenwirken“, stellte RA Johannes Pöttering, Hauptgeschäftsführer unternehmer nrw, zum Auftakt des Hybrid-Programms fest. Er richtete den Blick des Plenums auf dem Hintergrund der Pandemie auf die wirtschaftliche und politische Lage und sprach über die Herausforderungen nach der Krise.

Lohndifferenzen differenziert

Auf großes Interesse stieß der Beitrag von Dr. Christian Rulff, RWI-Institut für Wirtschaftsforschung, der unter dem Motto „Viel Lärm um wenig? Wie steht es tatsächlich um Lohndifferenzen zwischen Zeitarbeit und Stammbeschäftigung?“ die RWI-Studie zum Pay Gap vorstellte. Das Institut hatte die Löhne anhand statistischer Zwillinge untersucht und war zu dem Ergebnis gekommen, dass die bisher publizierten Zahlen nichts mit der Realität zu tun haben.

Diskussionsrunde

Die jetzt veröffentlichte RWI-Studie zu Lohnlücken in der Zeitarbeit stand denn auch anschließend im Fokus einer Diskussionsrunde. Dr. Christian Rulff, RWI-Institut, Holger Meinken, fachlicher Leiter Statistik der Bundesagentur für Arbeit, und Holger Schäfer, IW-Institut der deutschen Wirtschaft, sprachen – moderiert von Dr. Benjamin Teutmeyer, stellvertretender iGZ-Fachbereichsleiter Politische Grundsatzfragen – über die Studie. Holger Meinken kündigte an, die Zahlen zu den Entgelten in der Zeitarbeitsbranche nachjustieren zu wollen.

Viel Inhalt in je fünf Minuten

Nach einem „TrendTalk“ mit Jens Issel und BSS Business Solutions for Services West GmbH, bei dem das iGZ-Fördermitglied sein Angebot vorstellte, ging´s weiter im Speed-Dating-Stil: Fünf Minuten hatte Jens Issel Zeit, um das Thema „Employee Journey – Schritt für Schritt neue Mitarbeiter mit Kommunikation & Marketing gewinnen“ vorzustellen. Weiter ging´s mit Fallstricken im Arbeitsrecht, die Eric Odenkirchen, iGZ-Fachbereichsleiter Arbeits- und Tarifrecht, in 300 Sekunden präsentierte. Ebenfalls nur fünf Minuten Zeit hatte Franziska von Mandel, Personalentwicklung, Beratung, Interim Management, für ihr Thema „Vom Kollegen zur Führungskraft“.

Zeitarbeit positiv erwähnen

Mehr Zeit hatte im Anschluss Carl-Julius Cronenberg, MdB, FDP, Unternehmer, mit seinem Vortrag: „Sie wollen Ihr Zeitarbeitsunternehmen digitalisieren? Wie das Land Sie mit Förderprogrammen und Landesfördermitteln auf dem Weg in die Zukunft unterstützt“. Er wunderte sich, dass Zeitarbeit nicht öfter positiv erwähnt werde – immerhin habe sie mit den Tarifwerken und zahlreichen weiteren Errungenschaften Arbeitsbedingungen geschaffen, die in vielen anderen Branchen nicht zu finden seien. Zeitarbeit sei zudem ein unverzichtbares Instrument der Flexibilisierung für die Wirtschaft.

Gesprengte Ketten

„Die Ketten der Gewohnheit sprengen – Wie Sie nicht mehr der Pitbull Ihrer Mitarbeiter sein müssen“, lautete das Thema von Prof. Dr. Axel Koch, Dipl.-Psychologe, Dekan der Fakultät Wirtschaftspsychologie und Professor für Training & Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning. Koch nahm den Inhalt zunächst wörtlich und hatte zur Verdeutlichung eine schwere Kette mitgebracht.

Zeitarbeit im Wahlkampf

„Recht konkret!“ wurde es, als Dr. Martin Dreyer, iGZ-Geschäftsführer, zum Mikrophon griff und darüber berichtete, was die Zeitarbeit in den nächsten vier Jahren zu erwarten hat. Dazu betrachtete er die Parteienprogramme aus arbeitsrechtlicher Sicht. Doch es geht auch umgekehrt: Dreyer formulierte abschließend die Forderungen des iGZ, die da lauten: Überlassungshöchstdauer abschaffen, Ersatz der Schriftform durch die Textform für Arbeitnehmerüberlassungsverträge in § 12 Abs. 1 AÜG, Streichung bestehender sektoraler Verbote (Bauhauptgewerbe, Fleischindustrie), dauerhafter Zugang zum Kurzarbeitergeld und die Streichung von Beschränkungen bei der Beschäftigung von Drittstaatlern.

Arbeitsverträge in Arbeit

Den zweiten Part des juristischen Infoblocks übernahm Eric Odenkirchen, iGZ-Fachbereichsleiter Arbeits- und Tarifrecht, der über Aktuelles zum Thema Arbeitsrecht referierte. Zur Inbezugnahme von Zeitarbeitstarifverträgen unterrichtete Odenkirchen das Forum, dass die Musterarbeitsverträge des iGZ derzeit überarbeitet werden und voraussichtlich noch im September zur Verfügung stehen werden. Zu guter Letzt informierte er die Zuhörerschaft über die neue Corona-Schutzverordnung, die ab 10. September gelten. Nach einer kleinen Fragestunde beendete Martin Dreyer den hybriden Kongress „PERSONAL.PRAXIS.WEST.HYBRID.“ in Dortmund. (WLI)

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