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Mit Wertschätzung und Werte-Kodex zu neuen Strukturen
10.12.2018

Führungskräfte-Change-Management-Workshop

In dem Pilot-Projekt „Lernwerkstatt Change Management“ haben Führungskräfte von vier Zeitarbeitsunternehmen unter der Regie von Lars Lentfer, Geschäftsführer der Treibstoff HR Changer GmbH, gemeinsam mit Claudia Schütte, Change-Beauftragte im Fachbereich Bildung des iGZ, Werkzeuge und Methoden für die erfolgreiche Umsetzung neuer Strategien, Prozesse und Verhaltensweisen in Organisationen kennengelernt (engl. „Change Management“).

Marktentwicklungen

„Die Welt um uns herum wird immer komplexer, deshalb werden die Menschen zwangsläufig immer häufiger mit Veränderungen konfrontiert“, betonte Lars Lentfer zu Beginn des Workshops. Dabei stellten gesamtgesellschaftliche Einflüsse wie Digitalisierung, Klimawandel und der Diesel-Skandal die Zeitarbeit vor ebenso große Herausforderungen wie aktuelle Marktentwicklungen, die nur die Branche betreffen. „Bei allen Veränderungsprozessen haben Unternehmer immer die Wahl“, so Lentfer: „Gehe ich den Wandel proaktiv an oder werde ich erst im Nachhinein aktiv?“ Damit Change gelingen kann, empfahl der Coach den anwesenden Führungskräften, den gesamten Prozess von Beginn an mit mindestens einem Sparrings-Partner anzugehen und überdies frühzeitig „Change-Botschafter“ als Multiplikatoren auf der Ebene der Mitarbeiter zu installieren.

Zielsetzung

Grundsätzlich sei es wichtig, bei den Mitarbeitern durch offene Kommunikation und vorbereitende Gespräche, eine Bereitschaft für Umstrukturierungen zu erzeugen. Schließlich müssten alle Beteiligten erst einmal verstehen, warum die Veränderungen überhaupt vorgenommen werden sollen. Erst danach könne der Change-Prozess offiziell eingeleitet und am Ende in bereits bestehende Abläufe integriert werden. „Es genügt nicht zu wissen, welche Strukturen es in Zukunft nicht mehr geben soll. Definiert werden muss auch, was das Ziel von Change-Management sein soll“, forderte der Diplom-Soziologe. Ein Event beim Erreichen kleinerer „Etappenziele“ könne helfen, die Mitarbeiter-Motivation während des gesamten Prozesses hoch zu halten.

Wertschätzung

Eine typische „Change-Verlaufs-Kurve“ zeigt, dass Mitarbeiter nach anfänglichen Schock-Momenten durchaus eine akzeptierende Haltung gegenüber neuen Strukturen und Prozessen entwickeln können, die abschließend sogar zu engagierter Mitarbeit führen kann. „Damit das passiert, sind in den meisten Unternehmen jedoch zahlreiche Gesprächsrunden zur Zusammenarbeit an den Schnittstellen sowie Feedback-Schleifen mit Vorgesetzten erforderlich“, unterstrich Lentfer. Eine hilfreiche Methode könne dabei die „gelebte Wertschätzung“ sein. „Als Zeitarbeitsunternehmer sind wir für diese Methode besonders geeignet, denn wir arbeiten häufig wie Schatzsucher, die den Menschen vor allem mit Blick auf ihre Fähigkeiten begegnen“, freute sich Volker Homburg, ZIP-Zeitarbeit + Personalentwicklung GmbH, in der anschließenden Diskussion. Und Christina Koch, Christina Koch GmbH, ergänzte: „Der vom iGZ initiierte ‚Prozess der Personalentwicklung in der Zeitarbeit‘ (ProPeZ) unterstützt uns dabei, in einen fortlaufenden Dialog mit unseren Mitarbeitern einzutreten. Diese Gesprächskultur wollen wir im Zuge des Change Managements weiter ausbauen.“

Werte-Diskussion

Zwar könne eine effektive Unternehmens-Strategie dazu beitragen, den Weg, den ein Unternehmen bis zum Ziel gehen wolle, genau zu skizzieren. Mindestens ebenso wichtig sei jedoch die Art und Weise, wie die Mitarbeiter unterwegs miteinander umgehen: „Kultur frisst Strategie zum Frühstück“, zitierte Lars Lentfer denn auch frei nach Peter Drucker, einem der bedeutendsten Managementdenker des vergangenen Jahrhunderts. Will sagen: In einem Klima, in dem Mitarbeiter motiviert, empathisch und glaubwürdig zusammenarbeiten, können auch Veränderungsprozesse gelingen. Insofern beinhalte Change Management immer auch die Chance, sich mit dem eigenen Werte-Kanon des Unternehmens zu befassen. (BR)

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