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IW Köln: Zeitarbeit ist guter Einstieg in Arbeitsmarkt
28.12.2017

Flüchtlinge meistens als Fachkraft beschäftigt

Knapp sechs von zehn Flüchtlingen, die bereits eine Beschäftigung gefunden haben, sind Fachkräfte. Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln verfügen mehr als die Hälfte der beschäftigten Flüchtlinge über einen anerkannten Ausbildungs-, Fortbildungs- oder Studienabschluss.

Die größte Gruppe – 43,5 Prozent – sei in Berufen tätig, für die eine mindestens zweijährige abgeschlossene Ausbildung vorgeschrieben sei. 4,1 Prozent der Flüchtlinge arbeiten mit einem Fortbildungsabschluss wie einem Meister oder Techniker. Weitere 9,4 Prozent führen eine Tätigkeit aus, für die ein Diplom, ein Masterstudium oder ein Bachelorabschluss mit Berufserfahrung erforderlich ist. Die übrigen 42,7 Prozent seien als Helfer oder ohne abgeschlossene Berufsausbildung beschäftigt.

Nachhaltige Qualifizierung gefordert

Da auch im Helferbereich Vorerfahrungen eine wichtige Rolle spielen, können Flüchtlinge laut IW Köln hier profitieren. Denn oftmals hätten Flüchtlinge im Heimatland bereits Berufserfahrung gesammelt, allerdings keinen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss. Hier fordert das Institut berufsbegleitende Sprachförderungen und Qualifizierungsmaßnahmen, um die Integration in Arbeit nachhaltig zu gestalten.

Vorrangprüfung dauerhaft aussetzen

„Zeitarbeit kann ein guter Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt sein“, resümiert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln in seinem Bericht zur Integration von Flüchtlingen. Fast neun Prozent aller Beschäftigten aus Asylherkunftsländern (alle Beschäftigte: 2,6 Prozent) seien im Rahmen der Zeitarbeit tätig. Die Zeitarbeit stelle für sie eine gute Option für den ersten Einstieg in den Arbeitsmarkt dar und verfüge über viel Erfahrung bei der begleitenden Qualifizierung und Sprachförderung. Daher sollte Drittstaatsangehörigen auch dauerhaft die Möglichkeit gewährt werden, in der Zeitarbeit arbeiten zu dürfen. Die Bundesregierung hat die Vorrangprüfung für Flüchtlinge im August 2016 ausgesetzt – allerdings nur befristet für drei Jahre. (ML)

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