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Sobotta und Schröder referierten in Lüneburg
24.10.2018

Einsatzunternehmen in der Pflicht

Nicht nur Zeitarbeitgeber, sondern auch Kundenunternehmen sind für die Einhaltung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes ( ) verantwortlich. Daher lud der Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen unter dem Motto „Praxis und Recht – Arbeitnehmerüberlassung“ zu einem Informationsaustausch nach Lüneburg ein.

Judith Schröder, iGZ-Fachbereichsleiterin Arbeits- und Tarifrecht, und Jürgen Sobotta, iGZ-Landesbeauftragter Niedersachsen, referierten beim Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen.
Judith Schröder, iGZ-Fachbereichsleiterin Arbeits- und Tarifrecht, und Jürgen Sobotta, iGZ-Landesbeauftragter Niedersachsen, referierten beim Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen.

Judith Schröder, Fachbereichsleiterin Arbeits- und Tarifrecht beim Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), und Jürgen Sobotta, iGZ-Landesbeauftragter Niedersachsen, referierten unter anderem über die wesentlichen Änderungen des

Das deutsche ( ) vom 7. August 1972 regelt die gewerbsmäßige Überlassung von Arbeitnehmern. Es diente ursprünglich ausschließlich dem sozialen Schutz der Zeitarbeitnehmer und sollte diese insbesondere vor Ausbeutung bewahren. Das AÜG stellt die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung unter einen so genannten Erlaubnisvorbehalt, d. h. der Verleiher bedarf der behördlichen Erlaubnis. Dies gilt auch für Verleiher mit Sitz im Ausland. Die Erlaubnis erteilt die .

sowie über die aktuellen Trends und Entwicklungen der Zeitarbeitsbranche. Besonders die Überlassungshöchstdauer und

Unter equal payment versteht die Branche den Ansatz der gleichwertigen Bezahlung eines Zeitarbeitnehmers, in einer Höhe, wie auch der vergleichbar eingesetzte im entlohnt wird. Das Problem hierbei ist, dass eine wertgleiche Entlohnung oft nur schwer zu erreichen ist, wenn etwa unterschiedliche Urlaubsansprüche, Gewinnbeteiligungen oder andere geldwerte Gehaltsbestandteile mit einzubeziehen sind. Im Grundsatz sieht das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz eine absolute Gleichbehandlung von Zeitarbeitnehmern nach equal payment und vor, die nur durch Anwendung eines Tarifvertrages für die Zeitarbeit abgewandt werden kann.

stehen weiterhin ganz oben auf der Agenda.

Equal Pay

Gerade Unternehmen, die kaum oder bis dato keine Berührungspunkte mit Arbeitnehmerüberlassung hatten, müssen sich in die komplexe Thematik einarbeiten. Daher, so die iGZ-Juristin, ist es umso wichtiger, dass sich Kunde und Personaldienstleister austauschen. Dadurch solle insbesondere das Verständnis auf Kundenseite verbessert werden. Hier gehe es zum Beispiel darum, dass für die Bewertung, ob gesetzliches Equal Pay oder Branchenzuschläge an den Zeitarbeitnehmer zu zahlen sind, die Angaben des Kunden zur Branchenzugehörigkeit und des Arbeitsentgeltes erforderlich sind.

Blick in die Zukunft

Der iGZ-Landesbeauftragte wagte einen Blick in die Zukunft: Fachkräftemangel spiele auch in der Zeitarbeit eine Rolle. Ein erster Ansatzpunkt, dieses Problem anzugehen, sei das geplante Fachkräftezuwanderungsgesetz, dass hoffentlich auch die Zeitarbeit berücksichtige. Auch dürfte die Integration von Geflüchteten und Migranten in den Arbeitsmarkt weiterhin ein Schwerpunkt sein.

Qualifizierung der Mitarbeiter

Im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung werde auch die Qualifizierung der Mitarbeiter immer wichtiger. Digitalisierung verlange ein lebenslanges Lernen. Trotz allem dürfe aber der menschliche Aspekt nicht zu kurz kommen, betonte Sobotta. Die beim Kunden eingesetzten Zeitarbeitnehmer können nur dann ihre volle Leistung abrufen, wenn sie sich im Kundenunternehmen auch wohlfühlen. Da sei es auch Aufgabe des Kunden, durch bestimmte Maßnahmen, beispielsweise eine gezielte Einarbeitung, den Zeitarbeiter im

Im Kundenbetrieb leisten die Zeitarbeitnehmer ihren Einsatz ab. Das Kundenunternehmen ist Vertragspartner des Zeitarbeitsunternehmens, das wiederum den Zeitarbeitnehmer unter Vertrag hat. Dieses rechtliche Zusammenspiel nennt sich .

„aufzunehmen“. Nicht zu unterschätzen sei zudem die zunehmende Forderung der Bewerber nach einem angemessenen Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben. Work-Life-Balance – darauf müssten Arbeitgeber vorbereitet sein und attraktive Arbeitsbedingungen schaffen. (JS)

 

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