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IAB-Studie veröffentlicht Studie zur Digitalisierung
19.02.2018

Digitalisierung: Weiterbildung immer wichtiger

Das Risiko, durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzbar zu werden, steigt am schnellsten in Helferberufen. Viele neue Technologien seien marktreif geworden, die vor allem einfache Tätigkeiten ersetzen können. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Insgesamt sind 25 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland dem Risiko ausgesetzt, dass innerhalb ihres Berufs mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten durch Computer oder computergesteuerte Maschinen übernommen werden könnten. Rund 46 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeitet in Berufen mit einer mittleren Substituierbarkeit. Das heißt, dass zwischen 30 und 70 Prozent der Tätigkeiten eines Berufs potenziell durch Computer erledigt werden könnten. Bei rund 28 Prozent der Beschäftigten könnte der IAB-Studie zufolge weniger als 30 Prozent der Tätigkeiten innerhalb des jeweiligen Berufs automatisiert werden.

Rechtliche Hürden

Es sei aber keineswegs anzunehmen, dass dies in vollem Umfang geschehen werde, betonten die IAB-Forscherinnen Katharina Dengler und Britta Matthes. So können beispielsweise Kostengründe oder rechtliche Hürden dazu führen, dass nur ein Teil des technisch möglichen Automatisierungspotenzials ausgeschöpft wird.

Expertenberufe weniger betroffen

Laut Pressemitteilung wirken Bildung und Qualifikationen tendenziell dem Risiko entgegen, dass berufliche Tätigkeiten von Computern übernommen werden könnten. So weisen Helferberufe, für die typischerweise keine Ausbildung benötigt werde, mit 58 Prozent das höchste Substituierbarkeitspotenzial auf. Bei Berufen, für die in der Regel ein vierjähriges Hochschulstudium erforderlich sei, liege das Substituierbarkeitspotenzial nur bei 24 Prozent. Ein Vergleich mit einer von den beiden IAB-Forscherinnen drei Jahre zuvor erstellen Analyse der Substituierbarkeitspotenziale ergibt zudem, dass der Anstieg bei den Helferberufen mit rund zwölf Prozentpunkten doppelt so hoch ausfällt wie bei den Expertenberufen mit plus sechs Prozentpunkten. Während sich für die IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe kaum Veränderungen in den drei Jahren ergeben haben, sind die Substituierbarkeitspotenziale in den Verkehrs- und Logistikberufen am stärksten gestiegen.

Sorge unbegründet

Laut Dengler und Matthes seien die Befürchtungen eines massiven Beschäftigungsabbaus im Zuge der Digitalisierung dennoch derzeit unbegründet. Es würden keineswegs nur Tätigkeiten wegfallen, sondern auch Neue entstehen. Dieser Meinung ist auch Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen: „Die Digitalisierung birgt auch Chancen. Neue Berufsfelder werden entstehen, Unternehmen können ihren Service verbessern, dadurch entsteht eine stärkere Kundenbindung.“ Dadurch können neue Märkte erschlossen werden und die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens könne gestärkt werden. „Für Geringqualifizierte bietet Zeitarbeit eine Chance, fachliche Kompetenzen zu erwerben. Unsere Mitgliedsunternehmen schulen die Kompetenzen ihrer externen und internen Mitarbeiter so, dass sie auf die aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Digitalisierung vorbereitet sind.“

Fachübergreifende Kompetenzen wichtig

Innerhalb der Berufe werde es aber große Umbrüche geben, erklären die Forscherinnen. Entscheidend sei daher, Ausbildungen so zu gestalten, dass alle Auszubildenden mit den neusten technologischen Innovationen in ihrem Beruf vertraut gemacht werden. Die Möglichkeiten zur Weiterbildung, Höherqualifizierung und Umschulung müssten ausgebaut werden. Die Aus- und Weiterbildung sollte dabei nicht nur auf digitale Inhalte, sondern auch auf den Erwerb sozialer und fachübergreifender Kompetenzen gerichtet sein. Mit der Digitalisierung verändere sich die Art und Weise, wie gearbeitet wird – beispielsweise gewinne Arbeit in virtuellen Teams an Bedeutung. Deshalb werde es zukünftig noch wichtiger, über soziale Kompetenzen wie Kooperationsbereitschaft, Kommunikationsstärke, Selbstmanagement oder Empathie zu verfügen. (SB)

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