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BA-Geschäftsführer beim iGZ-Landeskongress Süd
01.10.2019

Digitalisierung und Qualifizierung künftige Herausforderungen

„Nürnberg ist die heimliche Hauptstadt des deutschen Arbeitsmarktes“, stellte Petra Eisen, iGZ-Landesbeauftragte für Bayern, mit Verweis auf den Hauptsitz der Bundesagentur für Arbeit (BA) dort schmunzelnd fest. Rund 200 Teilnehmer begrüßte die Sprecherin der Landesbeauftragten im iGZ-Bundesvorstand zum Landeskongress Süd in der Meistersingerhalle der geschichtsträchtigen Stadt.

Roland Schüßler, Geschäftsführer im Sektor Qualitätssicherung, Umsetzung und Beratung der BA, informierte unter anderem über die Beschäftigung von Flüchtlingen in der Zeitarbeitsbranche.
Roland Schüßler, Geschäftsführer im Sektor Qualitätssicherung, Umsetzung und Beratung der BA, informierte unter anderem über die Beschäftigung von Flüchtlingen in der Zeitarbeitsbranche.

Eisen sprach neben der Forderung nach Kurzarbeitergeld für die Zeitarbeitsbranche unter anderem auch die Tarifverhandlungen mit den DGB-Gewerkschaften an und bezeichnete die Forderungen der Gewerkschaft – 8,5 Prozent mehr Lohn – als völlig überzogen. Sie sei aber zuversichtlich, dass die Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ) mit dem stellvertretenden iGZ-Bundesvorsitzenden Sven Kramer an der Spitze zu einem für alle Beteiligten guten Ergebnis komme.

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Die iGZ-Landesbeauftragte für Bayern, Petra Eisen, begrüßte die rund 200 Teilnehmer des
iGZ-Landeskongresses Süd in Nürnberg.

Mitmachkampagne

In ihrer Begrüßung zog Eisen auch eine Zwischenbilanz der erfolgreich laufenden Mitmach-Kampagne „Zeitarbeit: Eine gute Wahl.“, die laut iGZ-Landesbeauftragter ein großes Echo habe. Eisen warb dafür, sich auch weiterhin aktiv an der Kampagne zu beteiligen.

Bedeutung der Zeitarbeit

Und so war´s denn in der Arbeitsmarkthauptstadt auch Roland Schüßler, Geschäftsführer im Sektor Qualitätssicherung, Umsetzung und Beratung der BA, der die Veranstaltung mit seinem Beitrag zur Bedeutung der Zeitarbeit für den Arbeitsmarkt eröffnete. Mit im Gepäck hatte der Geschäftsführer die neuesten Zahlen zum Arbeitsmarkt und erläuterte die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Arbeitslosigkeit. 1,169 Millionen von 2,234 Millionen Arbeitslosen seien gering qualifiziert. Aktuell gebe es 713.000 Langzeitarbeitslose, informierte Schüßler die Teilnehmer des Kongresses.

70 Prozent Helferniveau

Unter anderem thematisierte er auch die Flüchtlingsbeschäftigung: „Rund die Hälfte der Flüchtlinge sind jünger als 35 Jahre alt“, erläuterte er außerdem den Zulauf auf den deutschen Arbeitsmarkt. 70 Prozent der Flüchtlinge seien dabei dem Helferniveau zuzuordnen, 15 Prozent seien Fachkräfte und drei Prozent gelten als Experten.

Wachstumskurs

Die Beschäftigung steuere weiterhin auf Wachstumskurs – mittlerweile finden, so Schüßler 35 Prozent den Weg auf den Arbeitsmarkt über die Zeitarbeitsbranche. Damit stehe die Zeitarbeit mit Abstand an erster Stelle in Sachen Beschäftigung von Flüchtlingen – und damit auch der Integration in die Gesellschaft. Dennoch sei die Zahl der Zeitarbeitnehmer im Jahresvergleich um 104.000 Arbeitskräfte gesunken. In diesem Zusammenhang erinnerte Schüßler daran, dass die Zeitarbeit auch seit jeher der Indikator für die Konjunktur und damit der wirtschaftlichen Entwicklung sei.

Digitalisierung

Die Digitalisierung, so der BA-Geschäftsführer, werde sich künftig ebenfalls zunehmend auf den Arbeitsmarkt auswirken – allerdings gebe es Studien, die prognostizieren, dass dadurch einerseits 1,5 Millionen Stellen wegfallen, aber andererseits auch 1,5 Millionen neue entstehen. Fest stehe indes, dass Tätigkeiten mit einem geringen bis mittleren Anforderungsniveau mit der Digitalisierung stärker gefährdet seien als höher angesiedelte Berufsbilder.

Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit der Zeitarbeit laufe in den Bereichen Langzeitarbeitslosigkeit und Beschäftigung Geflüchteter bereits sehr gut. Künftig könnten wir noch die Köpfe in den Bereichen Digitalisierung und Qualifizierung zusammenstecken“, richtete Schüßler den gemeinsamen Blick nach vorn. (WLI)

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