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IAB veröffentlicht Studie zum Arbeitsmarkt
24.11.2021

Demografischer Wandel: Arbeitskräfteangebot sinkt

309.103 ausländische Mitbürger registrierte die Bundesagentur für Arbeit (BA) zum 31. Dezember 2020 als in der Zeitarbeitsbranche Beschäftigte. Das sind rund 40 Prozent aller Zeitarbeitnehmer – damit ist die Zeitarbeit eine der wichtigsten Branche, wenn es um die Integration auf dem Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft geht. Mit Blick auf die Gesamtwirtschaft lässt sich damit der zunehmende Arbeitskräftemangel allerdings nicht kompensieren:

Der ohnehin schon existierende Fachkräftemangel könnte sich weiter verschärfen, denn nur mit einer jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Beschäftigten bliebe das Arbeitskräfteangebot bis 2060 nahezu konstant.
Der ohnehin schon existierende Fachkräftemangel könnte sich weiter verschärfen, denn nur mit einer jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Beschäftigten bliebe das Arbeitskräfteangebot bis 2060 nahezu konstant.

Die Zahl der Erwerbspersonen, die dem Arbeitsmarkt potenziell zur Verfügung stehen, sinkt langfristig aufgrund des fortschreitenden demografischen Wandels. Selbst bei einer steigenden Erwerbsquote der Frauen und der Älteren sowie einer jährlichen Nettozuwanderung von 100.000 Arbeitnehmern wird sie von 47,4 in 2020 auf voraussichtlich 38,3 Millionen zurückgehen. Nur mit einer jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Beschäftigten bliebe das Arbeitskräfteangebot bis 2060 nahezu konstant. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Rückläufiger Trend

Demografisch bedingt nehme laut IAB-Mitteilung das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial ohne Zuwanderung bis 2035 um 7,2 Millionen, bis 2060 sogar um insgesamt 16 Millionen Arbeitskräfte ab. „Trotz optimistischer Annahmen zur Frauenerwerbsbeteiligung und zur Beschäftigung Älterer wird es schwer sein, den rückläufigen Trend beim Erwerbspersonenpotenzial zu verlangsamen“, betont IAB-Forscher Johann Fuchs. „Bleiben die Wanderungsströme so bestehen, wie sie über einen längeren Zeitraum vor der Pandemie zu beobachten waren, nimmt das Erwerbspersonenpotenzial bis 2035 um sechs Prozent ab, der Rückgang bis 2060 beträgt aber beinahe 20 Prozent“, erklärt er.

Sinkendes Wanderungspotenzial

„Diese im Vergleich zu den letzten Jahren niedrige Nettozuwanderung bewerten wir als durchaus realistisch“, berichtet IAB-Forscherin Doris Söhnlein. Ein wesentlicher Grund dafür sei unter anderem das sinkende Wanderungspotenzial aus den Hauptherkunftsländern der EU-Zuwanderung durch den dort ebenfalls wirkenden demografischen Wandel. Außerdem steige bei höheren Zuzügen die Zahl der in Deutschland lebenden ausländischen Bevölkerung und damit deren Fortzüge. Erst bei jährlichen Nettozuzügen von 400.000 Arbeitnehmern bleibe das Erwerbspersonenpotenzial langfristig auf dem Ausgangsniveau.

Demografische Effekte

„Mit einer besseren Integration ausländischer Frauen in den Arbeitsmarkt, Erwerbsquoten deutscher Frauen, die mit denen der deutschen Männer übereinstimmen, sowie noch einmal deutlich höheren Erwerbsquoten Älterer ließen sich bis 2035 zusätzliche Potenziale von 3,4 Millionen Erwerbspersonen aktivieren“, berichtet IAB-Forscherin Brigitte Weber. Im Vergleich zu den demografischen Effekten sind die noch aktivierbaren inländischen Erwerbspotenziale damit bei unveränderten Arbeitszeiten deutlich zu niedrig. (WLI)

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