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Woche der Ausbildung
19.03.2015

Ausbildungs- und Rekrutierungskosten verglichen

Zwar stellt eine Ausbildung für Betriebe zunächst eine Investition dar – langfristig lohnt sich diese aber im Regelfall, lautet das Fazit der Kosten-Nutzen-Rechnung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Vorteil sei vor allem, dass ausbildende Betriebe unabhängiger vom Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt seien.

In einer Erhebung hat das BIBB die Ausbildungskosten mit Personalgewinnungskosten verglichen. Mit 8.715 Euro beziffert das BIBB die Gesamtkosten, die ein Unternehmen für die Neubesetzung einer freien Stelle einkalkulieren sollte. Davon entfallen 928 Euro auf das Bewerbungsverfahren, 723 Euro auf Weiterbildungen während der Einarbeitung und 7.063 Euro auf die interne Einarbeitungszeit.

Lohnkosten wiegen am schwersten

Bei den Ausbildungskosten sind zum einen die Berufsgruppe, zum anderen die Dauer der Ausbildung relevant. Im Gesamtdurchschnitt belaufen sich die Bruttokosten auf 17.933 Euro pro Jahr. Der größte Kostenpunkt ist mit 62 Prozent die Entlohnung der Azubis, gefolgt von den Personalkosten des Ausbildungspersonals (23 Prozent). Die Auszubildenden erwirtschaften eine Produktivleistung von durchschnittlich 12.535 Euro. Es bleiben also Nettokosten von 5.398 Euro pro Auszubildendem und Jahr.

Kosten nach Berufsgruppen

Ausbildungen im kaufmännischen und gewerblichen Bereich sind mit 3.522 Euro bzw. 4.257 Euro Nettokosten pro Jahr wesentlich günstiger als Ausbildungen in technischen Berufen (8.939 Euro netto). Das liegt vor allem daran, dass Auszubildende in technischen Berufen weniger produktiv arbeiten können als Auszubildende in kaufmännischen Bereichen.

Kosten nach Ausbildungsdauer

Den meisten Ertrag für das Unternehmen leisten Auszubildende, die drei Jahre lang im Betrieb mitarbeiten. Dadurch sind die Nettokosten für diese Art der Ausbildung mit durchschnittlich 3.814 Euro am geringsten. Grund ist die steigende Produktivität der Auszubildenden: Vom ersten Ausbildungsjahr zum zweiten verringern sich die Nettokosten um rund 28 Prozent, vom zweiten zum dritten halbieren sie sich sogar.

Ausbildung oder Neubesetzung?

Ob es finanziell günstiger ist, junge Fachkräfte selbst auszubilden oder externes Personal zu suchen, ist also vor allem von der Unternehmenstreue der Mitarbeiter abhängig. Laut BIBB ist eine Ausbildung eine gute Möglichkeit, frühzeitig eine enge Bindung zwischen Nachwuchskraft und Unternehmen aufzubauen. Dem stimmt die Statistik zu: 80 Prozent der Unternehmen bilden selbst aus, um Fachkräfte zu qualifizieren, die langfristig im Unternehmen eingesetzt werden sollen. Nur 18 Prozent der befragten Betriebe gaben an nicht auszubilden, weil die Nachwuchskräfte den Betrieb zu oft nach der Ausbildung verlassen. (ML)

Der vollständige BIBB-Report steht im Anhang zum Download.

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