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Fachforen beim iGZ-Landeskongress Nord
26.09.2018

Aus der Praxis für die Praxis

Aus insgesamt sechs verschiedenen Fachforen wählten die rund 200 Teilnehmer des iGZ-Landeskongresses Nord ihre Themen. Dadurch konnten sie ihr ganz persönliches Programm entsprechend ihrer individuellen Interessen gestalten.

iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann überreichte Christina Koch die erste Zertifizierungsurkunde für Projektleiter im "Prozess der Personalentwicklung in der Zeitarbeit" (ProPeZ).
iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann überreichte Christina Koch die erste Zertifizierungsurkunde für Projektleiter im "Prozess der Personalentwicklung in der Zeitarbeit" (ProPeZ).

Als erstes iGZ-Mitglied absolvierte Christina Koch, Christina Koch Personaldienstleistungen & Projektmanagement, die Zertifizierung als Projektleiterin im „Prozess der Personalentwicklung in der Zeitarbeit“ (ProPeZ). Im Fachforum berichtete sie von ihren Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis. „ProPeZ ist eine Hilfestellung für alle, die Personalentwicklung neu in ihrem Unternehmen etablieren möchten“, erläuterte Claudia Schütte, beim iGZ zuständig für Organisations- und Personalentwicklung. Und Koch ergänzte: „Das Schöne ist, dass es sich ganz individuell auf die jeweilige Organisation zuschneiden lässt.“

BA-Prüfpraxis

Sebastian Reinert, iGZ-Fachbereich Arbeits- und Tarifrecht, und RA Jörg Hennig, HK2 Rechtsanwälte, sprachen über die Prüfpraxis der Bundesagentur für Arbeit. Eine Frage sei grundentscheidend bei der Bewerbung der Prüfungsteams, erklärte Hennig: „Ist damit zu rechnen, dass sich der Personaldienstleister in Zukunft an die Regeln halten wird?“ Entscheidend sei letztlich weniger, ob in der Vergangenheit mal ein Fehler unterlaufen sei. Es müsse aber überzeugend vermittelt werden, dass dieser Fehler künftig nicht wieder passiere. „Hier hilft ja oft schon ein passendes Seminar beim iGZ“, gab Hennig den Zuhörern schmunzelnd einen Tipp.

Werbung muss lebendig sein

„Eine Facebookseite, die nicht lebt, kann man auch bleiben lassen“, brachte Dr. Jenny Rohlmann, beim iGZ zuständig für Strategisches Marketing/Public Relations, es auf den Punkt. Gute Werbung müsse nicht teuer sein – aber lebendig. Und Anlässe für Facebook-Postings gebe es genug: „Wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, kann man ihn mit einem Foto verabschieden und ihm alles Gute wünschen“, gab sie ein Beispiel. Außerdem stellte sie preiswerte Werbemittel vor. Voraussetzung für erfolgreiche Werbung sei, dass sie beim Empfänger Emotionen erzeuge und einen konkreten Nutzen vermittele.

Fördermöglichkeiten der BA

Marcel Speker, iGZ-Fachbereichsleiter Kommunikation und Arbeitsmarktpolitik, stellte verschiedene Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor. Wichtig sei, dass Anträge auf Förderung immer vor Entstehung der Kosten beziehungsweise vor Beginn der Beschäftigung gestellt werden müssten. Sonst sage die BA zu Recht: „Offenbar ging es ja auch ohne unsere Förderung.“ Ob einem Antrag stattgegeben werde, sei bei allen Leistungen der aktiven Arbeitsförderung Ermessenssache. „Der BA-Mitarbeiter hat die Befugnis, diese Entscheidung selbst nach eigener Einschätzung zu treffen“, erläuterte Speker. Da lasse sich bei einer Absage im Nachhinein auch wenig diskutieren.

Keine Angst vorm Datenschutz

Syndikus RAin Christiane Uhlenbrock, iGZ-Fachbereich Arbeits- und Tarifrecht, nahm den Teilnehmern ihres Fachforums die Angst vor der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). „Natürlich müssen Sie Ihre Prozesse überprüfen und den Datenschutz ernst nehmen“, gab sie den Unternehmern mit auf den Weg. Es werde aber auch viel Panik verbreitet. Die Wahrscheinlichkeit, von der Aufsichtsbehörde kontrolliert und mit einem immensen Bußgeld belegt zu werden, sei sehr gering. Wesentlich realer sei hingegen die Gefahr einer Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage. Die könne laut Verbraucherrecht jeder stellen, der seine Rechte verletzt sieht – also auch ein abgelehnter Bewerber oder ein Mitbewerber. „Darum müssen alle Mitarbeiter, die mit schutzrelevanten Daten umgehen, umfassend geschult werden“, betonte Uhlenbrock.

Regionale Lobbyarbeit

„Lobbyarbeit in meiner Region – Kontakte mit Politikern knüpfen“ hieß es im Fachforum von Dr. Benjamin Teutmeyer und Andrea Resigkeit, iGZ-Hauptstadtbüro. Die Referenten stellten die typische Arbeit eines Bundestagsabgeordneten vor – und gaben im Folgenden Tipps. „Laden Sie den Abgeordneten Ihrer Region in Ihr Unternehmen ein. Besuchen Sie seine Sprechstunde. Schreiben Sie ihm einen Brief mit ihrem konkreten Anliegen“, zählte Teutmeyer einige Kontaktmöglichkeiten auf. Der iGZ unterstütze seine Mitglieder dabei gerne – zum Beispiel mit iGZ-Stellungnahmen zu aktuellen Themen. „Sprechen Sie uns bei Bedarf gerne an“, ermunterte Resigkeit die Zuhörer. (ML)

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