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IAB: Arbeitsmarkt erholt sich zusehends
07.06.2022

Arbeitsvolumen im ersten Quartal gestiegen

Das Arbeitsvolumen stieg im ersten Quartal 2022 aufgrund der Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal 2021 um 3,3 Prozent auf 15,4 Milliarden Stunden. Dies geht aus der neuen Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Unbezahlte Überstunden treten überproportional häufig bei Beschäftigten in Führungspositionen auf. Führungskräfte leisten unbezahlte Überstunden beispielsweise, um die Leistung des eigenen Teams und die Reputation zu erhöhen. Statistik: IAB
Unbezahlte Überstunden treten überproportional häufig bei Beschäftigten in Führungspositionen auf. Führungskräfte leisten unbezahlte Überstunden beispielsweise, um die Leistung des eigenen Teams und die Reputation zu erhöhen. Statistik: IAB

Im Bereich der Zahl der Erwerbstätigen wurde laut IAB-Pressemitteilung im ersten Quartal 2022 ein Anstieg von 690.000 Beschäftigten verzeichnet. Gegenüber dem Vorjahresquartal 2021 wurde mit 45,1 Millionen Arbeitenden erstmals wieder das Niveau vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie im ersten Quartal 2020 übetroffen. Pro Erwerbstätigem betrug die Arbeitszeit im ersten Quartal 2022 durchschnittlich 341,3 Stunden – das sei ein Anstieg von 1,7 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal.

Kurzarbeit rückläufig

Nach ersten Hochrechnungen ging die Kurzarbeit, so das IAB, im ersten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,4 Millionen auf 1,1 Millionen Beschäftigte deutlich zurück. Während die coronabedingten Einschränkungen gelockert wurden, führten die verschärften Engpässe bei Rohstoffen und Vorleistungsgütern im Produzierenden Gewerbe infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu einem Anstieg der Kurzarbeit im Vergleich zum Vorquartal. „Der sinkende Trend bei der konjunkturellen Kurzarbeit würde sich aller Voraussicht nach umkehren, falls es kurzfristig zu einem Gas-Lieferstopp oder zu weiteren geopolitischen Verwerfungen kommt“, erklärte dazu Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.

Historischer Höchststand

Der Krankenstand habe im ersten Quartal 2022 mit 6,4 Prozent einen historischen Höchststand erreicht und damit deutlich über dem Wert im Vorjahresquartal in Höhe von 4,4 Prozent gelegen. „Wegen der Kurzarbeit und des hohen Krankenstands infolge der Omikron-Welle lag das Arbeitsvolumen noch unter Vorkrisenniveau. Diese coronabedingten Effekte gehen aber derzeit weiter zurück“, analysierte Weber. Im ersten Quartal hätten die Wirkungen der Covid-19-Pandemie das Arbeitsvolumen saison- und kalenderbereinigt jedoch noch um ein Prozent gedämpft.

Nebenjobs nachgefragt

4,15 Millionen Beschäftigte seien im ersten Quartal 2022 einer Nebentätigkeit nachgegangen. Das entspreche 6,8 Prozent mehr als noch im ersten Quartal 2021. „Ebenso wie bei geringfügigen Formen der Beschäftigung sind Nebenjobs häufig kurzfristig angelegt. Viele dieser Jobs sind während der Pandemie weggefallen und werden nun im Zuge der Lockerungen wieder nachgefragt“, erläuterte IAB-Forscherin Susanne Wanger. (WLI)

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