Direkt zum Inhalt

Benutzeranmeldung

kopf_aktuelles.jpg

Erhebung zur Zeitarbeit laut Werner Stolz unseriös
25.10.2019

Aktuelle DGB-Studie nur ein "historischer Exkurs"

„Die DGB-Erhebung zur Situation von Zeitarbeitnehmern beschreibt Phänomene, versäumt aber gleichzeitig die ebenfalls vorliegenden Erklärungen mitzuliefern. Das ist unseriös“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), Werner Stolz. Bekanntermaßen – und auch das ergibt sich durch die DGB-Untersuchung – werden Zeitarbeitnehmer überdurchschnittlich häufig im Helferbereich eingesetzt.

iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz: "Wir müssen konkrete Mitarbeiter in der Zeitarbeit mit vergleichbaren Mitarbeitern im Kundenbetrieb vergleichen."
iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz: "Wir müssen konkrete Mitarbeiter in der Zeitarbeit mit vergleichbaren Mitarbeitern im Kundenbetrieb vergleichen."

Damit geht aber zwingend auch ein ebenfalls in der Studie kritisiertes durchschnittlich niedrigeres Qualifikationsniveau der Zeitarbeitnehmer einher. Mithin ist auch das Durchschnitteinkommen in der Zeitarbeit niedriger als in der Gesamtwirtschaft. Und auch die Konzentration auf körperliche Tätigkeiten lässt sich durch diesen Helferschwerpunkt im verarbeitenden Gewerbe logisch erklären.

Durchschnittbetrachtung ungeeignet

Insgesamt ist die Durchschnittbetrachtung in der Zeitarbeit aufgrund der Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten in alle Branchen hinein völlig ungeeignet, um Trends und Entwicklungen aufzuzeigen: „Die Durchschnittsbetrachtung vergleicht Äpfel mit Birnen. Wir müssen aber konkrete Mitarbeiter in der Zeitarbeit mit vergleichbaren Mitarbeitern im Kundenbetrieb vergleichen“, so Stolz. Unter Berücksichtigung dieser Strukturbesonderheiten liegt das Medianentgelt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bei 2.630 € und widerlegt damit die DGB-Behauptung, wonach zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer über ein Bruttoeinkommen von 2.000 € oder weniger verfügen würden.

Historischer Exkurs

Ein weiterer Kritikpunkt an der Untersuchung: Der DGB bezieht sich im Wesentlichen auf einen Zeitraum, in dem die aktuelle Gesetzeslage mit einem Anspruch auf gleiche Bezahlung nach neun Monaten und einer maximalen Überlassungsdauer von 18 Monaten noch gar nicht gegolten hat. Insofern sind die dort kritisierten Rahmenbedingungen eher ein historischer Exkurs, als eine aktuelle Problembeschreibung.

Neueste Artikel