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Verantwortungsvolles Handeln in der Zeitarbeit leben
20.07.2020

5 Fragen an iGZ-CSR-Botschafterin Ulrike Gewehr

CSR-Botschafterinnen und Botschafter sind Ansprechpartner in iGZ-Mitgliedsfirmen, die unternehmerische Verantwortung leben und mit gutem Beispiel vorangehen. Sie haben Erfahrungen in der Umsetzung von Corporate Social Responsibility (CSR) in ihren Unternehmen und stehen für Fragen zur Verfügung. Die In Time Personal GmbH & Co. KG mit Sitz in Mönchengladbach unterstützt ihre Kunden mit kaufmännischen, technischen, gewerblichen und pflegerischen Fach- und Hilfskräften sowie High-Potential-Kandidaten. Ulrike Gewehr ist ihre Geschäftsführende Gesellschafterin und engagiert sich beim iGZ als CSR-Beauftragte.

Ulrike Gewehr ist Geschäftsführende Gesellschafterin von In Time Personal GmbH & Co. KG und engagiert sich beim iGZ als CSR-Beauftragte.
Ulrike Gewehr ist Geschäftsführende Gesellschafterin von In Time Personal GmbH & Co. KG und engagiert sich beim iGZ als CSR-Beauftragte.

Welche Bedeutung hat für Sie unternehmerische Verantwortung in der Zeitarbeit?

Gewehr: Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt unseres Handels. Aufgrund der Besonderheit unserer Branche, durch das vertragliche Dreiecksverhältnis, tragen wir eine größere Verantwortung im Hinblick auf CSR als andere Unternehmer. Wir sind ein Familienunternehmen und streben nicht nur nach Gewinnmaximierung, sondern uns ist ein nachhaltiges Agieren mit allen Beteiligten wichtig.

Unternehmerische Verantwortung wird modern unter dem englischen Begriff „Corporate Social Responsibility“ zusammengefasst und in die Aktionsbereiche Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt untergliedert. Bitte nennen Sie je ein Beispiel, wie Zeitarbeitsunternehmen in diesen drei Bereichen Verantwortung übernehmen können.

Gewehr: Ich beginne mit der Umwelt. Als Dienstleister achten wir darauf, Energie zu sparen und verwenden immer das umweltschonendere Produkt. Wir sind dabei, unser Unternehmen digitaler zu gestalten, um unseren Papierverbrauch zu reduzieren, gehen umweltschonend mit den Ressourcen um und verzichten z.B. auf die umweltschädlichen Kaffeekapseln. Es ist die Summe der Kleinigkeiten, die das große Ganze ausmacht.

Was den Aspekt der Wirtschaft betrifft, so versuchen wir die Wünsche unserer Kunde mit denen unserer Mitarbeiter in Einklang zu bringen. Der Kunde soll einen motivierten Mitarbeiter im Einsatz haben und unser Mitarbeiter soll sich im Kundenunternehmen wohlfühlen, wertgeschätzt wissen. Dies alles erfordert eine sehr intensive Vorarbeit unter anderem durch das Kennenlernen der Arbeitsbedingungen vor Ort beim Kunden und das genaue Hinterfragen der Kundenwünsche. Unser Rekrutierungsprozess ist ebenfalls sehr aufwendig. Wir nehmen die Wünsche unserer Mitarbeiter sehr ernst. Dies alles zahlt sich durch eine lange Überlassungsdauer mit einer hohen Übernahmequote und einer sehr niedrigen Arbeitsunfähigkeitsquote seit Bestehen des Unternehmens aus.

Der Aktionsbereich Gesellschaft geht in die gleiche Richtung. Als Unternehmer trägt man gesellschaftliche Verantwortung. Wir engagieren uns vielfältig gemeinnützig und ehrenamtlich bis hin zu meinem Amt der Handelsrichterin, das ich seit vielen Jahren innehabe.

Wodurch zeigen Sie mit Ihrem Unternehmen Verantwortung?

Gewehr: Wir ermöglichen jungen Menschen, die aus verschiedensten Gründen nur schwer einen Ausbildungsplatz finden, einen Berufseinstieg in unserem Unternehmen. Ebenso versuchen wir Flüchtlinge, auch intern, in eine berufliche Gemeinschaft zu integrieren. „Jeder Mensch hat eine Chance verdient“, nach diesem Motto handeln wir. Und wir haben oft Positives erlebt: Gerade diese Personen haben ihre Chance genutzt.

Vor allem seit der Corona-Pandemie achten Mitarbeitende verstärkt darauf, ob Arbeitgeber verantwortlich handeln und das Thema Nachhaltigkeit bekommt noch mehr Auftrieb. Was ist für Sie der größte Lerneffekt aus der Krise und was war die größte Überraschung der letzten Monate?

Gewehr: Wir betrachten unsere Mitarbeiter als Partner im Zusammenspiel mit unserem Kunden-Partner. Ausgehend von dieser Denkweise agieren wir. Und nur so entsteht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Unser Erfolg bestätigt uns. Die größte Überraschung und gleichzeitig Bestätigung war, dass sich sogar während der schlimmsten Zeit der Pandemie unser Krankenstand auf dem üblichen niedrigen Stand bewegte.

Wie kann die Zeitarbeitsbranche verantwortungsvoll in die Zukunft steuern?

Sie sollte die Verantwortung für die Menschen, die sie betreut, ernst nehmen und dies vorleben, gemäß des Kant‘schen kategorischen Imperativs. (JR)

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