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Praktische Aspekte des neuen Tarifabschlusses diskutiert

Der jüngste Tarifabschluss der Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ) mit der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie stand im Mittelpunkt eines iGZ-Mitgliedertreffens der Bundesländer Bremen und Niedersachsen, zu dem die iGZ-Landesbeauftragten Bettina Schiller und Jürgen Sobotta nach Hannover geladen hatten.

Bettina Schiller, Mitglied des iGZ-Bundesvorstands, ließ den Verlauf der Tarifverhandlungen Revue passieren. Die rund 50 teilnehmenden Mitglieder interessierten sich dabei vor allem für die praktischen Aspekte des neuen Abschlusses, der ab 1. November 2012 gilt. Bettina Schiller begrüßte vor allem die lange Laufzeit bis 2017, die Kontinuität und Sicherheit im geschäftlichen Umgang mit den Kundenunternehmen gewährleiste. Der Abschluss garantiere zudem eine höhere Lohngerechtigkeit und sei ein positives Kriterium bei Einstellungsgesprächen.

Mitgliederversammlung

Der iGZ werde die Mitglieder bei der praktischen Umsetzung begleiten und entsprechend über die Neuerungen informieren. Allerdings gelte es, noch eine Hürde zu nehmen: Laut iGZ-Satzung müssen die Mitglieder dem Tarifabschluss im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung zustimmen. Diese Mitgliederversammlung, so Bettina Schiller, sei für den 28. Juni in Köln geplant – darüber werde zeitnah noch genauer informiert und dazu eingeladen.

iGZ-Ethikkodex

Jürgen Sobotta, Landesbeauftragter für Niedersachsen, erläuterte im Anschluss die Inhalte des neuen iGZ-Ethikkodexes, der im März von den Mitgliedern verabschiedet wurde. Hier fragten die Mitglieder vor allem den Kompetenzpass ab, in dem künftig u.a. Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen der Zeitarbeitnehmer dokumentiert werden sollen.

Anfragen

Aus den Reihen der Justiz gibt es eine Anfrage in Bezug auf die Recrutierung von Strafgefangenen für die Zeitarbeitsunternehmen. In einigen Vollzugsanstalten Niedersachsens werden Strafgefangene qualifiziert. Diese könnten bei der Abdeckung von Qualifikationen aus dem Facharbeiterbereich zur Verfügung stehen. Die Mitglieder signalisierten in Hannover bereits ihr Interesse an diesem Projekt. Bei einem Termin im Justizministerium Hannover soll über die Schnittstellen der Zusammenarbeit gesprochen werden.

Kontakt- und Schlichtungsstelle

Die neu eingerichtete Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS), die am 1. Juni offiziell ihre Arbeit aufnimmt, wurde ebenfalls thematisiert – nun gelte es zunächst, Erfahrungen damit zu sammeln, auf deren Basis dann mögliche Restriktionen bei Verstößen gegen den Kodex zu entwickeln seien. Abschließend hielt Oliver Jentsch (hiba impulse GmbH Berlin) einen Vortrag zum Thema "Das vitale Zeitarbeitsunternehmen der Zukunft".(WLI)

Der Vortrag steht im Anhang zum Download.